Tagestour: Berchtesgaden und Roßfeld Panoramastraße.

Motorradfahrer unterwegs in ganz viel Landschaft

Die Tour ist schon ein paar Tage her, das werdet Ihr merken, wenn auf den Bildern plötzlich Schnee zu sehen ist. Aber mein Leben ist derzeit etwas kompliziert, die Tage voll, sei es im Job oder beim Home-Schooling und das Motorrad sieht auch mehr Schrauben- als Zündschlüssel. Und so etwas verspätet, aber nicht weniger schön, die Erinnerung an eine tolle Tour Ende des Wonnemonats Mai in den äußersten Südosten der Bundesrepublik.

Geplant war die Tour schon seit langem. Jetzt folgt die Umsetzung.

Motorrad fährt aus Tiefgarage
Nach Berchtesgaden geht’s nach rechts. Blinken nicht vergessen.

Nach einer Stunde Autobahn beginnt die Tour in Bernau am Chiemsee. Hinter Marquartstein biege ich ab in Richtung Vogllug und erwische die ersten paar Kurven des Tages. Nach Unterwössen wird die Strecke dann interessanter. Zwar als Bundesstrasse B305 eher großspurig benannt, aber mit schön weit gezogenen Kurven.

Bundesstraße auf Abwegen. Warum kann das hier nicht so schön kerzengerade sein wie es sich für eine B305 gehört?

Die B305 ist hier Teil der Deutsche Alpenstraße.

Deutsche Alpenstrasse bei Seehaus.
Reizvoll. Autoarm. Beides gut.

Kurz vor Schneizlreuth ist die B305 dann gesperrt. Wie sich im Nachgang herausstellt wohl längerfristig, da sich Straße und Unterbau in bedauernswertem Zustand befinden. So richtig schlimm ist das aber gar nicht. Die Umleitung führt über die ST2101 vorbei am Berner Thumsee auf schönen Nebenstraßen.

Motorradfahrer Frontalansicht bei Tunnelausfahrt
Nach dem Tunnel ist vor dem Thumsee.

Einzig die permanente Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h ist für diese Straße etwas anstrengend. In Bad Reichenhall biege ich gleich wieder ab in Richtung Alpenstraße. Ein Stück der B21 am Saalachsee entlang folgend komme ich in Fronau zurück auf die B305. Hier werden die Berge schon massiver und die Aussichten spektakulärer. Ach ja, und der Himmel dunkler. Wird schon halten, oder?

Alpenpanorama auf der Alpenstrasse.
Endlich richtige Berge.

Kurz vor dem Taubensee biege ich auf eine Nebenstraße in Richtung Hintersee ab. Jetzt kommt zur Landschaft noch kleine Straße.

Straße zwischen Tauben- und Hintersee.
Vom Tauben- zum Hintersee. Warum der wohl Hintersee heißt?

Ich fahre noch ein paar Kilometer weiter und biege kurz ab in Richtung Königssee. Touristenziel Nummer eins in der Region empfängt mich ein riesengroßer Parkplatz, kurze Hosen und Tennissocken in Sandalen. Und kein Zugang zum See. Außer vielleicht nach bezahlter Parkgebühr (auch für Motorräder) zu Fuß…

Motorradfahrer zu Fuß
Willst Du Königssee musst Du laufen.

Und selbst nach Fußmarsch zeigt sich: nicht viel. Denn außer der Schiffsanlegestelle ist vom See nichts zu sehen. Schifffahrt buchen, raus fahren und so weiter. Dafür habe ich keine Zeit. Ich will Motorrad fahren.

Schiffsanlegestelle am Königssee
So schee der Königssee. Bestimmt. Weiter hinten.

Ich fahre Richtung Berchtesgaden, biege aber schon am Ortseingang rechts ab (“Vorderbrandstraße”). Was als schnöde Tempo-30-Zone beginnt schraubt sich immer höher in die Berchtesgadener Berglandschaft.

Vorderbrandstraße
Vorderbrandstraße. Empfehlung.

Die Häuser werden weniger, die Landschaft mehr. Nur Tempo 30 bleibt. Auf Strecken, auf denen das nicht mal annähernd auszuhalten ist.

Bei der Abfahrt gibt es immer wieder Blicke hinein in den Nationalpark Berchtesgaden, dessen knapp 2.500 m hohe Gipfel schon fast hochalpin wirken.

Motorrad, im Hintergrund großer Archenkopf
Nationalpark Berchtesgaden mit den Angebern Hoher Göll (2522 m), großer Archenkopf (2391 m), hohes Brett (2340 m).

Bei Obersalzberg mündet das Sträßchen auf die B319, von der wenige Meter später die Roßfeld-Panoramastraße abbiegt. Da will ich hin.

Die Roßfeld-Panoramastraße ist eine Mautstraße. Zu Beginn eine Schranke, daneben ein Ticket-Automat. 5 Euro soll die Fahrt kosten, das nehme ich gerne in Kauf. Vor der Absperrung stecke ich mein Ticket in den Automat – und tatsächlich öffnet sich die Motorradschranke.

Zufahrt Rossfeld Panoramastraße
Kleine Schranke kleines Geld, große Schranke großes Geld.

Bereits direkt nach der Schranke kommt die erste Kehre. Es ist kaum Verkehr, die Straße gut.

Knee Down
Schrabbelschrabbelschrabbel.

Die Straße führt über unzählige Kurven auf etwa 1.600 Meter über dem Meeresspiegel. Der Blick reicht nach Osten auf das Salzachtal mit Salzburg, den Salzburger Alpen, dem Dachstein und dem toten Gebirge auf der einen Seite und nach Westen auf die Berchtesgadener Alpen mit Watzmann, Hochkalter und Reiteralpe. Und so wie es sich für die höchste Panoramastraße Deutschlands gehört liegt auf dem Pass Ende Mai noch eine Menge Schnee. Glücklicherweise nur neben der Straße.

Motorradfahrer sitzt im Schnee
Schnee. Im Mai. In Deutschland. Auf einer Motorradtour.
Ausblick ins Salzburger Land
Ausblick Richtung Salzburger Land. Gut, der Motorradfahrer schaut in einen Baum.

Auch die Abfahrt zurück Richtung Berchtesgaden ist kurvig, spektakulär und gut zu fahren.

Wieder in Berchtesgaden angekommen ist die Nadel in der Tankanzeige bereits jenseits der Reserve (eine Spezialität der VFR – nach Reserve und “Null” kommen noch etwa 40 km. Aber nur für gute Nerven). Berchtesgaden ist eine weltbekannte Stadt, da ist tanken kein Problem. Ihr ahnt es bereits: denkste. Am Königssee war eine Tankstelle, da dachte ich noch: direkt am Touristen-Parkplatz, bestimmt teuer, da tanke ich nicht. Und jetzt ist die Nadel unter Null. Ich fahre kreuz und quer durch Berchtesgaden, ohne Erfolg. Immerhin habe ich jetzt das Meiste der Stadt gesehen.

Straßenkarte Berchtesgaden
Service-Tweet: an der rot markierten Strecke gibt es jedenfalls keine Tankstellen.

Erst weit nach Bischoffswiesen, nach Winkl erbarmt sich eine Zapfsäule meiner Nerven. Alles gut gegangen. Merke: nächstes Mal tanken wenn eine Tankstelle kommt. Und nicht wenn die Nadel am Anschlag hängt.

Hier endet die Tour. Irgendein Motorradfahrer aus meiner Ein-Mann-Reisegruppe hat sich für den Abend in München zum Grillen verabredet. Rein rechnerisch ist das nur noch auf der direkten, schnellsten Verbindung zu schaffen. Und die heißt A8 und ist nicht der Rede wert.

North by Northeast: Tour durch die Hallertau, Regensburg und ein bisschen Bayernwald.

Helm vor Falkenstein

Freitag, Brückentag. Das Wetter so mittelmäßig. Statt der geplanten Tour ins Berchtesgadner-Land, wo es den ganzen Tag noch regnen soll, entscheide ich mich für den Zipfel Bayerns, in dem am wenigsten Regen angekündigt ist: den Nord/Nordosten.

Los geht’s in Freising, bei (noch?) bestem Wetter. Die grobe Fahrtrichtung geht erst einmal in Richtung Regensburg durch die Hallertau (auch Holledau genannt).

Das Motorrad steht schräg und im Halteverbot. Und welcher Ausschnitt von Freising soll das bitte sein? Freising, die Stadt der Mauern und Rohre.

Diese ist bekannt als das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Prost. Die Landschaft ist vielfältig, schön. Und auf dem Motorrad einigermaßen unspektakulär.

Die Hallertau. Das weltgrößte Hopfenanbaugebiet. Die Straßen sind häufig schön. Schön gerade. Manchmal steht da auch ein Baum.

Und so geht es lange Zeit durch wunderbare Landschaft, garniert mit hübschen Schönwetterwolken. Jetzt noch eine Kurve, das wär’s.

Blick geradeaus. Sonst kommt man noch von der Straße ab.

Bei Regensburg wird es dann plötzlich interessanter. Nach Überquerung der Donau finde ich mich im Ort Donaustauf und wache auf (Wortspiel. Entschuldigung).

Vor der Brücke: Straßen gerade. Nach der Brücke: Kurven.

Eine Burgruine thront über der Stadt (mit dem Motorrad nicht zugänglich), die Salvatorkirche hängt wie hingeklebt an einem Hügel. Vor allem aber zieht die Walhalla alle Blicke und alle Touristen auf sich.

Motorradfahrer VOR der Walhalla. Den IN der Walhalla werden bedeutende Persönlichkeiten geehrt.

Von König Ludwig dem ersten gebaut (von wem sonst), werden dort mit zig Marmorbüsten und Statuen bedeutende Persönlichkeiten “teutscher Zunge” geehrt. Gut dass Corona-bedingt zu ist. So bleibt der Blick von außen.

Obacht: Besuchern solch bedeutungsschwangerer Örtlichkeiten ist das Treppensteigen nur bedingt zuzumuten.
Innen: Marmorbüsten bedeutender Persönlichkeiten und zu. Außen: lederbekleidete Autoren unbedeutender Blogs. Dafür offen.

Weiter geht es durch den Forstmühler Forst, oder wie Mathematiker sagen würden: Forst*(mühler+1). Plötzlich gibt es Kurven und viel Spaß. Durch das Naturschutzgebiet “Hölle” (wusstet Ihr, dass die Hölle ein Naturschutzgebiet ist?) geht’s weiter nach Falkenstein.

Falken. Stein. Oh, Mann. Hätte mir auch einfallen können.

Dort steht eine Burg. Natürlich zu, wie alles. Aber aus dem 10. Jahrhundert und mit einem durchaus interessanten Park außenrum. Der Schlosspark der Burg Falkenstein ist der zweitgrößte Felsenpark Bayerns. Bis eben wusste ich gar nicht, dass es Felsenparks gibt, darum ist der zweitgrößte für den Anfang mehr als genug. Aber Spaß beiseite, der Park ist wirklich gut. Verschlungene Wege führen durch Granitformationen.

And I lay me down on a bed of moses. Bon Jovi. Nicht ganz.

An einigen Stellen sind die Wege so eng, dass der gewaltige aerodynamische Höcker meiner Lederkombi ein Durchkommen fast verhindert.

Bei einer gewürfelten 6 darf der Helm eine Stufe höher gelegt werden.

Weiter im Text.

Also komm jetzt, weiter!

Über wunderbar kurvige Sträßchen fahre ich über Straßing und Roding weiter bis Wetterfeld. Von außen gesehen ist das einer dieser Orte mit endlosen Neubaugebieten im bayerischen Wald. Mittendrin steht aber noch die alte Burg, zum Teil in das Ortsbild integriert.

Die Burg Wetterfeld. Befahrbar.

Zu schnell darf man nicht durchfahren, sonst ist man auf der anderen Seite draußen bevor man sich umgesehen hat. Aber ein Drive-In-Burg, definitiv den Umweg wert.

Ich kurve noch einige Zeit durch den vorderen bayerischen Wald, getreu dem Motto: wird die Straße zu breit bieg links oder rechts ab. Strecke macht man damit keine. Spaß aber schon.

Rapsöl (von links nach rechts).

Als am Nachmittag das Gesäß dann irgendwann genug meldet fahre ich nach Deggendorf und von dort stupide über die Autobahn zurück nach München.

GPX-Track zur Tour: hier.

Motorradsicherheitstraining, strömend.

Sicherheit auf dem Motorrad ist so eine Sache. Aber ein Training im Jahr gehört seit Jahren zum guten Ton. BMW hatte kein Angebot für mich im Programm in diesem Jahr, also ADAC. Vom Land kommend (München) muss man sich natürlich Richtung Metropole orientieren (das nächste ist Augsburg oder Landshut). Und wenn schon Auswahl dann Augsburg. Der Landshuter Platz des ADAC ist zwar auch witzig, weil um ein Speedway-Track herum gebaut. Aber halt auch nur eine Kreisbahn. Mit 50 km/h Maximalgeschwindigkeit auf dem ganzen Gelände.

Augsburg kann 80 km/h (im Vergleich zu den “Vollbremsung aus 160 km/h” auf dem BMW-Gelände auch irgendwie süß), aber gebucht hatte ich ein Kurventraining. Und da reichen die 80 dann am Ende schon aus.

Und dann sollten wir noch über das Wetter reden. Man bucht so ein Training im Voraus. Für Anfang Mai. Da wird’s schön.

Motorrad auf Parkplatz ADAC im Regen
Das Motorrad blickt ungläubig auf das Wasser.

Oder halt auch nicht. Strömender Regen, 10 Grad. Keine Regenpause in Aussicht. Der Vorteil: unsere Trainingsgruppe besteht aus zwei Teilnehmern (die anderen 10 (!) sind nicht aufgetaucht), Kurvenfahren im Regen ist genau das, was gelernt sein will. Und das Schräglagenmotorrad muss nicht lange rumgereicht werden.

Schräglagenmotorrad?

Schräglagenmotorrad mit Stützrädern.
“Braucht Ihr Kind Stützräder, um das Fahrradfahren zu lernen? Hier lautet die Antwort ganz klar: Nein! Auch wenn wir Eltern es aus unserer Kindheit kennen und es damals zum Erlernen des Radfahrens gehörte – heute sind sich die Experten einig, dass es keine Stützräder mehr braucht, um Fahrradfahren zu lernen.” (Zitat von https://www.der-kleine-biker.de).

Das ist so ein Ding mit Stützrädern. Nicht ganz wie am Kinderrad, aber eigentlich schon. Mein erster Gedanke: Never ever, bei diesem Regen und dem rutschigen Untergrund. Meine erste Fahrt darauf: Stützräder aufgesetzt. Erstaunlich, was bei regennasser Fahrbahn alles geht. “Kann man die Stützräder höher stellen?” – “Nein. Die Maschine ist tiefergelegt und setzt dann auf”. Mann, ADAC!

Nun gut. Zur Erinnerung:

Fußposition: Die Fußballen gehören auf die Rasten. Denn wenn’s eng wird zwischen Fußraste und Straße sollten die Zehen nicht zwischen Gangheben, wahlweise Bremse und Fußraste klemmen. Tut weh und macht komische Sachen mit dem Motorrad in der Kurve.

Blick: Weit vorraus, in die Kurve. Man fährt dahin wo man schaut. Ob man will oder nicht.

Sitzposition: In die Kurve legen oder Motorrad reindrücken – das geht beides und ist Geschmackssache. Wenn Zeug in die Fahrspur herein oder es (gefühlt) eng wird steht kann reindrücken helfen. Der Motorrad-/Fahrerquerschnitt wird schmäler und es fühlt sich gleich viel weniger am Limit an. Sollte es das tun. Anm. der Red.: Hangoff mag der ADAC nicht so. Kurven-inneres Knie nach vorne (höhere Geschwindigkeit) oder Poppes vom Sattel in Richtung Kurvenmitte verringert den Kurvenradius. Falls erforderlich oder gewünscht.

Schotter in der Kurve: geht. Wenn danach wieder Asphalt kommt. Lenker locker lassen, Motorrad ein paar Zentimeter rutschen lassen. Und weiterfahren. Bremsen ist kontraproduktiv.

Die in jedem Training unterrichtete “am Lenker drücken oder ziehen um Kurven zu fahren” erspare ich Euch. Ich versuche immer noch rauszufinden, für wen diese Information in den Trainings gedacht ist. Vielleicht für Kinder / Motorradfahrer, die in ihrem Leben noch nie auf einem Zweirad saßen? Und wenn ja, wie kamen die bis zum Trainingsgelände?

Am Ende ein großer Spaß mit unserem Trainer Thomas. Um 21:00 Uhr müssen wir aufhören. Wegen nass, kalt, aber vor allem wegen der Sperrstunde um 22:00 Uhr (C sei Dank). Also zurück nach München. Im Regen. Bei 8 Grad. Über die Autobahn. Aber Fußballen auf den Rasten!

Motorradfahrer vor dem ADAC Fahrertraining Logo.
Ich geh dann mal duschen.

Industriedenkmal Radom lässt die Hüllen fallen.

Es gibt ein Problem mit Corona-bedingtem Homeoffice. Und Homeoffice generell. Es entfällt die Anfahrt (meistens morgens, müde, schlecht gelaunt) und vor allem die Rückfahrt (abends, müde, schlecht gelaunt – aber mit der Chance auf einen Umweg). Ride to work – work to ride. Wenn ich ganz ehrlich sein soll ist von meinem Homeoffice-Arbeitsplatz ins Bett genau 40 cm. Da ist sogar der Weg zur Kaffeemaschine weiter.

Also muss man mutwillig raus. Zum Beispiel am Freitagnachmittag. Zum Beispiel ohne Plan und ohne Ziel.

Motorradfahrer im Wald.
Out of Homeoffice.

Ein guter Weg aus München raus ist von meinem Homeoffice-Arbeitsplatz, am Bett vorbei (40 cm, Achtung: Gefahr hängen zu bleiben!), um die Kaffeemaschine rum (Achtung: Gefahr in Folge ständig anhalten zu müssen), auf die A95 bis keine Häuser mehr zu sehen sind.

Dann kommt kurz vor der Abzweigung nach Starnberg ein Parkplatz. Mit einer versteckten und sogar legalen Ausfahrt. Und schon ist man auf dem Land.

Straße aus Sicht eines Motorrads. Sogar eine gute Straße aus Sicht eines Motorrads.

Kleine Straßen, wenig Verkehr. Und Landschaft. Immer wieder Landschaft. Das ist halt so im bayerischen Oberland. Man kann fast nicht wegschauen. Und schon sind da wieder verschneite Berge vor saftigen Wiesen und so weiter.

Krasses Nummernschild. Erinnert mich an irgend so einen Motorradblog…

Übrigens: Berge, so im Ausland, wären auch mal wieder nett. Aber geht eben gerade nicht. Also weiter im Oberland.

In der Nähe von Raisting reihen sich in Bergpanorama, grüne Wiesen und katholische Kapellen eine Reihe eigenartiger weiterer Sehenswürdigkeiten ein: die Erdfunkstelle Raisting.

Sehenswürdigkeiten rechts im Bild. Links altmodischer Motorradfahrer.

Eine der ersten kommerziell betriebenen Satelitten-Bodenstationen Deutschlands. Wie außerirdische stehen die zahlreichen Parabolantennen in der Landschaft in der Nähe des Ortes Raisting.

Die erste große Antenne, die “Radom” war bei meinem letzten Besuch in einer großen, kugelförmigen Traglufthalle versteckt, wo sie normalerweise auch hingehört. Der Sturm “Bianca” hat im Februar 2020 die Hülle zerstört, weshalb die Antenne derzeit freisteht.

Nach Hause telefonieren…

Die Radom übertrug damals die erste Mondlandung, die olympischen Spiele 1972 in München und war angeblich Teil der Leitung des “roten Telefons” im kalten Krieg. Heute steht sie nackig da. Die Bautafeln verkünden aber den Wiederaufbau der Halle und die Wiedereröffnung des Museums für Ende 2021. Bis dahin ist das Industriedenkmal schon allein von außen sehenswert.

Immer die Sonne im Rücken behalten.

So langsam wird’s kalt. Also Jacke an, Navi auf Heimat, und zurück über eher breite Straßen nach München.

Die Kaffeemaschine ist noch an. Und das Bett so nah. Ich sag nur Homeoffice.

Lenkkopflager – Tausch bei der VFR (RC36)

Die netten Herren mit dem blauweißen Schild haben beschlossen, dass mit diesem Lenkkopflager unmöglich eine neue Plaketten an die Veefer geklebt werden kann.

Bis dass der TÜV Euch scheidet.

Bei den guten alten CBs damit hatte ich schon mal das Vergnügen und ich erinnere mich, dass das Vergnügen einerseits sehr vom verfügbaren Werkzeug, andererseits von unglaublich vielen zusätzlichen Schritten davor (Geraffel weg bauen) und danach (Geraffel wieder hin bauen. Vorzugsweise an gleiche / ähnliche Stellen). Jetzt ist so eine CB bekanntlich nackig. Die VFR bring zu jedem Geraffel noch fünf Vollverkleidungsplanken aus Plastik mit. Und wer schon einmal versucht hat eine simple Birne aus der Cockpit-Beleuchtung der VFR zu tauschen, dem wird es bei einem Lenkkopflager die Haare zu Berge stellen. Glücklicherweise habe ich keine mehr. Haare, meine ich.

Also, die Uhr läuft. Vier Wochen Zeit gibt es zwischen Hauptuntersuchung und Nachuntersuchung. Lächerliche 35 Euro kostet das Material beim freundlichen Louis um die Ecke.

Jetzt muss der Zugang zum Lenkkopflager freigelegt werden. Weg müssen (am Besten in dieser Reihenfolge):

  • Motorrad aufbocken, z.B. durch geeignete Ständer oder einen Stapel Bretter unter dem Motor.
  • die Seitenverkleidungen (5 Schrauben, davon eine von vorne – nicht vergessen, sonst bricht’s – dann lässt sich die Verkleidung von unten wegziehen. Oben ist sie nur über 3 Plastiknasen eingehängt).
  • untere Verkleidung (“Keil” – 6 Schrauben plus zwei geschraubte Bolzen zum vorderen Verkleidungsteil).
  • vordere untere Verkleidung – diese ist an einigen Stellen sehr fragil und bei meiner Veefer bereits mehrfach mit Glasfasermatten und Epoxid-Kleber repariert, also vorsichtig!
  • die obere Verkleidung – das ist alles von der Scheibe über das Licht bis zum Benzinhahn. Letzterer macht mich regelmäßig wahnsinnig – davon beim Einbau mehr. Zuerst die beiden kleinen schwarzen Abdeckungen direkt am Tank abbauen (je 1x Kreuzschlitz), dann die beiden Spiegel. Die Sechskantschrauben sind unter der Gummiabdeckung versteckt. Jetzt kommen die beiden kleinen schwarzen Verkleidungsteile an der Innenseite der Scheibe weg (4x Kreuzschlitz). Jetzt ist eine gute Gelegenheit die Seilzüge am Benzinhahn auszufädeln – siehe unten. Dann können die beiden großen seitlichen Schrauben raus, die die gesamte Verkleidung am Rahmen halten. Jetzt lässt sich die gesamte Verkleidung inkl. Scheinwerfer nach vorne ziehen. Die Scheinwerfer und Blinker abstecken nicht vergessen, dann lässt sich das ganze Teil zur Seite legen.
  • als nächstes müssen die Stummegriffe von der Gabel. Dazu müssen auf beiden Seiten die Schaltamaturen weg, je 2 Kreuzschlitzschrauben von unten, dann lassen sich die Lenkerstummel lösen und abziehen.
  • Schließlich muss noch das Vorderrad raus, dann können die beiden Gabelholme, die jeweils mit 2 Schrauben geklemmt sind, nach unten herausgezogen werden. Am rechten Holm von vorne gesehen sind mit zwei Kabelbindern noch Leitungen fixiert.

Jetzt kann’s losgehen:

Lenkkopflager Honda VFR750F, RC36; Baujahre 1990 – 1993.

Die Schrauben (2) bis (7) sind relativ leicht von oben zu entfernen, für die Nutenmutter habe ich mir vor Jahren bei eBay mal eine entsprechende Nuss gekauft. Die untere Gabelbrücke (9) lässt sich damit bereits nach unten ausfädeln.

Jetzt kommen die eigentlich einzig schwierigen Schritte. Das Lager im Rahmen (10), (11), (15) lässt sich von unten mit einem langen Werkzeug (z.B. alter Schraubendreher) herausklopfen. Ebenso die Lagerschale des unteren Lagers (16) entsprechend von oben.

Etwas schwieriger ist schon das Lager auf der unteren Gabelbrücke (12) – (14). Aufgrund der beiden Lenkanschläge links und rechts passen handelsübliche Abziehwerkzeuge nicht unter das Lager, man hat gerade mal 6 cm Platz um etwas unter das Lager zu fädeln.

Wer soll denn da ran kommen?

To make a long story short: Ich habe mir alles mögliche zusammengebastelt. Immer wieder aufgegeben und am nächsten Tag weitergemacht. Das Lager saß tagelang bombenfest da wo ich es nicht wollte. Am Ende habe ich es mit einem Dremel vorsichtig von der Seite aufgeschnitten. Das ist deshalb nicht ganz unkritisch, da der Lenkstock auf keinen Fall mit angeritzt werden darf. Über die Kerbe wird das Material geschwächt. Und an dieser Stelle ist das nicht die beste Idee. Das Anschneiden mit einer Trennscheibe am Dremel ging am Ende trotzdem erstaunlich gut, da das Lager nicht ganz durchgeschnitten werden muss. Bleibt ein knapper Millimeter stehen ist der Ring soweit geschwächt, dass er sich mit moderater Kraft runterhebeln lässt. Endlich. Feierabendbier.

Am nächsten Tag dann alles rückwärts: Lagerschalen, die in den Rahmen müssen sowie die untere Gabelbrücke ins Gefrierfach, die äußeren Teile dagegen, soweit möglich, sanft erwärmen. Die alten Ringe und Lager dienen als Auflage um die Teile mit an Ort und Stelle zu hämmern. Herausforderung beim Wiedereinbau ist die Lagerschale unten im Lenkkopf, denn hier lässt sich schlecht hämmern, hier fehlt die Gegenkraft. Diese Schale habe ich an Ort und Stelle bekommen, in dem ich ein geeignetes Auflageteil plus die alte Lagerschale mit einer Gewindestange durch den Lenkkopf hindurch hineingezogen habe.

Am Ende heißt es noch mit ausreichend Fingerspitzengefühl das ganze mit nicht zu großer aber auch nicht zu wenig Kraft über die Schraube (7) zu verspannen. Ich habe zweimal wieder aufgemacht, da sich nach erstem verschrauben dann doch alles noch einmal gesetzt hat und das Lenkkopflager locker war. Nachziehen geht aber glücklicherweise ohne die ganze Verkleidung abzunehmen. Nur die Lenkerstummel müssen nochmals weg.

Zwei Tage vor Ablauf der Vierwochen-Frist also schnell wieder zum TÜV. Der Himmel weinte vor Freude, ich auch. Die Plakette war wieder dran.

Plakette. Zugeteilt. Weitere 2 Jahre. Yeah.

Auf die nächsten 2 Jahre!

Kreuzfahrt* durchs Glonner Umland.

*) ist ein Karfreitags-Kreuzweg mit dem Motorrad eine Kreuzfahrt? Mehr dazu weiter unten…

“Ab Mittag scheint die Sonne” – sagte die Wetterapp. Mehr auch dazu weiter unten. Leider erst ganz unten…

Ich habe alles drunter gezogen, was unter die Lederkombi passt. 10 Grad sind zwar nicht nichts, aber auf Dauer auch nicht viel. Und die Montur hält – für die ersten beiden Stunden. Ich starte in München, vorbei an der Messe, Entschuldigung: heutzutage eher Impfzentrum, winke kurz den Glücklichen, die bald wieder am echten Leben teilhaben dürfen. Unsereins fährt eben weiterhin Motorrad, alleine unter dem Helm, da kann nichts passieren. Wenn man nicht gerade an der falschen Stelle Pause macht. Gell, Herr Kettenritzel.CC?

Es dauert ein Weilchen, bis ich die Stadt hinter mir lasse. Hinter Zorneding werden die Straßen kleiner. Von der B304 abzweigend beginnen kleine, oft einspurige Straßen durch den Wald und über Felder. Hinter Buch taucht die Straße steil und kurvig in einen Landschaftseinschnitt, einen Bach mit Fischzucht am Ende. Kurze Zeit später fahre ich die Stichstraße zu “Maria Altenburg”, einer Wallfahrtskirche in der Nähe von Moosach hinauf.

Kreuzweg auf der Zufahrt zu Maria Altenburg. Ist ein Kreuzweg via Motorrad eine Kreuzfahrt?

Den Weg entlang ist ein Kreuzweg in alten Stein / Betonstehlen dargestellt, wie passend für den heutigen Feiertag.

Ich seh’ Dich!

An der Wallfahrtskirche ist entsprechend Betrieb, drum fahre ich gleich weiter. Die Strecke zwischen Moosach und Glonn ist gesperrt – beim zweiten Hinsehen glücklicherweise erst nach Einbruch der Dunkelheit – um die Kröten bei der Wanderung zu schützen.

Von Moosach nach Glonn. Nachts fahren um diese Jahreszeit hier nur Kröten.

Der Himmel wird immer grauer, und die Luft immer kälter. Langsam wird’s unangenehm. Ich überlege umzudrehen. Und erinnere mich an ein weiteres Kleidungsstück im Tankrucksack: einen alten, mehr löchrigen als ganzen Regenkombi. Aber mehr ist wieder einmal mehr. Also ran mit dem Ding.

Regenkombi-an-Mann. Heimlich fotografiert durch die GoPro am Bike…

So geht’s. Und das ist gut so. Die schönsten Straßen der Strecke kommen nämlich erst. Über Glonn und Percha geht’s weiter nach Feldkirchen. In der Nähe von Weyern kreuze ich die A8 und fahre weiter nach Süden. Es klart langsam auf. Die Berge kommen in Sichtweite. Immer noch Schnee-bedeckt, dank Reisebeschränkungen derzeit aber sowieso großenteils unerreichbar. Orte und Landschaften sind jetzt das typische Bilderbuch-Voralpenland.

Voralpenland. So sieht’s aus.

Die Strecke nach Sachsenkam schlängelt sich weiter durch die Landschaft, wunderbar zu fahren und ohne jeden Verkehr. Hier war ich schon einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit.

So langsam kommt die Sonne raus. Die Gummipelle könnte also wieder runter…

Es ist Oberbayern, das katholische Oberbayern, das an jeder Ecke an den heutigen Karfreitag denken lässt…

Marterl.

Die Tour führt mich weiter auf bekanntem Terrain. Um Schäftlarn herum scheint dann wirklich die Sonne, wie vorhergesagt. Das Isartal bietet schließlich runter und rauf noch ein paar fahrenswerte Kurven,

Kurve. Von der #Veefer gern gesehen.

bevor ich dann nach Kloster Schäflarn zurück auf die Zielgerade in Richtung München komme.

Noch ein Motorradfahrer. Es waren nicht viele heute. War’s am Ende doch zu kalt?

Wie kalt es war, bemerkt man erst unter der warmen Dusche. Es dauert ein paar Minuten bevor alles wieder auf Betriebstemperatur ist.

Die Tour:

GPX-Route zur Tour: Download.

KickOff 2021.

Die Motorradsaison 2021 hat begonnen. Endlich auch bei mir.

Geht. Brauch anschließend aber warmen Tee.

Was wir die Saison bringen? Covid-19 hat uns weiterhin im Griff, Grenzen sind (noch?) zu, die Honda VFR wird in diesem Jahr 31 und Pläne gibt’s noch keine.

Zeit also damit zu beginnen.

Die alte Dame.

Zugegeben, ich überlege seit langem, wie zuverlässig eine Maschine Baujahr 1990 mit über 100.000 km auf einer Tour noch sein kann.

Alle reden vom Alter. Wir sind es.

Letztes Jahr habe ich auf den zweiten Anlauf wieder TÜV bekommen. Das Lenkkopflager war marode und ist jetzt wie neu. Dieses Jahr machen mir Kupplung und das Kraftstoffsystem Sorgen. Die Leitungen sind auch über 30 Jahre. Das muss ich wohl noch machen, bevor es wirklich auf Tour geht.

Aber dann ist die Entscheidung gefallen: dieses Jahr wird ein #Veefer Jahr. Und ehrlicherweise hat sie mich bisher auch erst einmal im Stich gelassen. Damals auf Korsika. Da hatte ich die VFR gerade erst ein paar Wochen. Dafür aber dann richtig. Ich kenne immer noch alle Honda Händler auf Korsika und dem Weg dorthin. Seither ist Ruhe.

ToDos in der Kategorie alte Dame:

  • Kraftstoffleitungen
  • Luftfilter
  • Kupplungssystem

Die Touren

Extrem schwer zu planen in diesem Jahr. Eine Tour mit Alex muss sein. Mindestens. Und dann gerne Feierabend und Wochenendtouren. Sollte man weiter nirgends übernachten dürfen, dann halt tageweise.

Jet’zt geht’s los.

Meine Bucket-List für 2021:

  • Bayerischer Wald – von Nord nach Süd. Notfalls anders herum.
  • Meine Seite “Ziele im Münchner Umland” auf Vordermann bringen. Es muss doch noch mehr geben als Plansee, Plansee, Plansee.
  • Mehr Ride to work, work to ride.
  • Wenn’s irgendwie geht – an den Gardasee. Über kleine Straßen. Ohne Stilfserjoch.
  • Mehr Touren zu zweit. Das wird eine Herausforderung. Denn das braucht Planung. Und Freunde. Mit Motorrad. Uhhh.

Der Blog.

“Motor8.DE” – wer hat sich eigentlich diesen bescheuerten Namen ausgedacht. Und was heißt Motor8 eigentlich? Irgendwie hatte ich ein Logo im Kopf, die liegende 8 als die beiden Räder. Aber der Blog hat kein Logo. Auch nicht acht. Mei, vielleicht muss ein neuer Name her. Oder auch nicht.

Für’s bloggen am Telefon habe ich viel zu große Finger.

Egal. Mehr Text muss her. Einsichten über das Motorradfahren. Tolle Bilder. Tipps zum Nachfahren. Lustiges. Oh Lustiges, woher soll ich das nur nehmen?

Ok, Blog-Todos für 2021:

  • Mehr, wenn ich Lust habe.
  • Kamerahalterungen am Motorrad (die Veefer fährt jetzt zusätzliche 8 kg Lebendgewicht an GoPro Halterungen durch die Gegend).
  • Kein Kopf mehr machen, ob das gut ist oder nicht. Ist ja eh nur für mich.

Und sonst?

Ein Sichterheitstraining. Schadet nicht und macht Höllenspaß. Rennstrecke? Wohl eher nicht. Weil zu teuer, zu kompliziert, falsches Motorrad.

Der Baum am Wegesrand hat’s gut.

Lassen wir uns überraschen. Ich werde berichten. Hier.

Saison 2020 starting…

Noch liegt Schnee. Noch ist nicht Saison. Aber Motorradfahren geht schon.

Beinahe wie immer zu Jahresstart ist die Veefer das gutmütige Motorrad im Stall, das die Saison eröffnet. So richtig viel Grip haben die Straßen noch nicht. Und so richtig warm will es auf dem Motorrad auch noch nicht werden. Und so wird es eine kleine Saison-Starting Tour. Münchner Umland. Gerade so viel, dass die (noch schneebedeckten) Berge in Sichtweite kommen.

Motorradfahrer sitzt seitlich auf stehendem Motorrad
Es geht wieder los.

Später im Jahr wird dann aber ein weiteres Pferd im Stall stehen:

Bild: (c) BMW PressClub.

die BMW R 1250 RS. Ein Sporttourer, wie die VFR, nur ein paar Tage neuer (genaugenommen 30 Jahre – Happy Birthday Veefer!). Der neue Boxer mit Shift-Cam Technologie soll noch mehr Drehmoment auf das Hinterrad bringen. Und die Optik ist frisch, nicht wie viele der älteren Boxer-Modelle eher praktisch.

Wie sich die 1250 RS tatsächlich fährt, was 30 Jahre Altersunterschied in Motor, Fahrwerk und am Ende Fahrspaß ausmachen. Das alles werde ich berichten. Hier.

Lost Places #1: Geisterkirche Thomasbach.

Honda VFR 750 F vor Thomasbach

Saisonstart. In den Bergen liegt noch Schnee, das weiß ich, da war ich gestern. Also bleiben wir erst einmal im Flachland. Da gibt es noch ein Ziel, das ich schon lange vor mir her schiebe: das Geisterdorf Thomasbach mit Kirche und Bauernhof irgendwo in Niederbayern.

Bike und Biker im Sonnenenaufgang
Belichtungstechnisch nicht optimal, würde ich sagen.

Es ist ein wunderschöner Morgen. Wie im April eben noch etwas kalt und feucht, aber mit jeder Minute gewinnt die Sonne an Kraft. Und in der aufgehenden Sonne ergeben sich auf dem Weg in den Münchener Osten ein Panorama nach dem anderen.

Honda VFR vor grüner Wiese
Neues Mopped vor 90er Jahre Wiese. Oder war das anders herum?

Da ich aber versprochen habe zum zweiten Frühstück zurück zu sein spare ich mir die meisten Fotos. Es sollten noch genügend folgen.

Zwischen Schlüpfing und Exing (kein Witz) liegt von der Straße aus gut sichtbar die Kirche und der Bauernhof Thomasbach. Die letzten Meter gehen zwar durch die Wiese, aber selbst mit einem Sporttourer sind Kirche und Bauernhof gut zu erreichen.

Kirche Thomasbach aus der Motorradperspektive
Wir bitten Sie vor der Aufnahme die Stiefelsohlen zu reinigen.

Kirche und Bauernhof stehen offen und sind gut zugänglich. Die Kirche ist viel größer als gedacht. Und tatsächlich seit längerem verlassen.

Motorrad vor der Geisterkirche Thomasbach
Mopped (links) und Kirche (rechts).

Ein paar Teelichter im Inneren zeigen, dass wohl gelegentlich ein paar Jugendliche die Ruhe nutzen. Aber heute bin ich der einzige Besucher hier.

Kirche Thomasbach von innen
Wenig Betrieb heute. Trotz Sonntag.

Der Altar steht noch im Altarraum, auch die alte, hölzerne Empore ist noch in Takt. Es zieht durch die teilweise offenen Fenster. Ein schöner Ort.

Die VFR in Thomasbach. #veefer #lostplaces

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Ein paar hundert Meter weiter steht der verlassene Bauernhof.

Motorrad vor Bauernhof Thomasbach. Der Fahrer schaut durchs Fenster.
Hallo, ist jemand zuhause?

Auch hier stehen alle Türen auf, ein alter Herd und die Reste eines Bettes stehen bzw. liegen in den Räumen, von deren Wänden schon lange der Putz blättert.

Eine Fülle von Fotomotiven ergeben sich aus der alten, zerfallenen Kulisse in Kombination mit dem blauen Himmel und der erwachenden Natur. Über eine Stunde verbringe ich an diesem Ort. Dann wird es langsam aber sicher Zeit für eine Rückkehr. Denn ein spätes zweites Frühstück nach 13:00 ist schon ganz schön spät.

Ach ja. Die Tour an sich? Schöne Nebenstraßen, mal kurvig, mal sehr gerade. Nicht spektakulär. Aber gut für den Saisonstart. Und in diesem Fall ist tatsächlich einmal das Ziel der Weg. Oder so.

Kirche Thomasbach gesehen durch die Felge der Honda VFR
Notiz an mich selbst: bitte nächstes Mal die Felge putzen.

Die Tour zum Nachfahren:

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Geisterkirche Thomasbach

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