Good bye S1000R, hello R nineT Racer.

BMW S1000R und BMW R nineT Racer

Der Markt für gebrauchte Motorräder sei gut. Der für S1000Rs besonders. Ist das die Gelegenheit 2017 noch ein zweites Motorrad zu fahren? Ein ganz Besonderes?

Nach Abwägen aller Argumente (Vernunft, S1000R ist doch ein super Motorrad, wirklich nochmal tauschen und wieder nach 900 km zur Einfahrkontrolle) fahre ich überhaupt noch so viel dieses Jahr.

Achscheissdrauf.

BMW R nineT Racer in der Auslieferungshalle
Motorrad vor Argument. Make Life a Ride

Der Umstieg könnte drastischer nicht sein. Von der S1000 RR im letzten Jahr kommend war die “R” ja fast ein Chopper. Auf der R nineT Racer hingegen muss ich mich gewaltig strecken um an die Stummellenker hinter der (Verzeihung) arschgeilen Verkleidung zu erreichen.

BMW R nineT Racer in weiß-blau-rot und Biker in Lederkombi blau-weiß
Der eigentliche Grund für den Wechsel: endlich passen Motorradlack und Lederkombi farblich zusammen.

Die “normale” R nineT ist mir viel zu klein. Die Knie stehen über die Aussparungen im Tank hinaus und ich sitze auf dem Mopped wie auf einem Rollschuh. Ganz anders bei der Racer. Langgezogen kommt sie daher, mit weit nach hinten gelegten Fußrasten. Beim ersten Aufsitzen bin ich mir sicher, dass mehr als die fünf Kilometer zur Eisdiele da nicht drin sind. Heute weiß ich, damit lag ich (glücklicherweise) völlig falsch.

Dann Anlassen. Wir erinnern uns: S1000R: “braaaaaaab braaaaab”, oder wie Akki sagen würde: “Fick mich, fick mich”. Jetzt die R nineT: “schüttel, schüttel, Blubber – blubber – blubberblubberblubber”. Fahre ich jetzt wirklich Gummikuh?

BMW R nineT im großen Lautertal.
Die (Gummi-) Kuh auf dem Weg zur Weide. Rechts: der Bauer.

Aber die Kuh zieht ordentlich los. Der Zweizylinder-Boxer mit knapp 100 PS lässt aus den knapp 1200 ccm ordentlich Drehmoment. Das für den längs-eingebauten Motor typische Schütteln der ganzen Maschine bei Drehzahlwechseln erschreckt mich die ersten 1000 km an jeder Kreuzung. Abgeworfen hat sie mich aber noch nicht.

BMW R nineT Racer von vorne
Das Licht ist rund. Viel rund.

Die sehr schmale Verkleidung und die scheinbar sehr niedere Scheibe hat eine Aussparung, in die tatsächlich der Helm hineinpasst. Mit etwas geduckter Haltung ergibt sich damit eine schön laminier Strömung um Mopped und Fahrer und die Fahrt mit höherer Geschwindigkeit auf der Autobahn ist im Vergleich zur weitgehend nackigen S1000R sehr angenehm.

Gepäck. Äh – non. Ich wüsste zumindest nicht wohin.

Aber was soll das ganze Technik-Geschwurbel.

R nineT Racer im Lautertal
Hübsches Bike in schöner Landschaft. Nur das gelbe Pizzablech stört das Stilleben.

Die R nineT Racer ist ein Hingucker. Eine echte Angebermaschine. Bei jeder Pause werde ich drauf angesprochen. Was Serie? Sowas gibts? Auf der Autobahn bleiben Dosenfahrer beim Überholvorgang auf meiner Höhe um das Motorrad genauer anzuschauen. Und was will man mehr, als ein wunderschönes Motorrad, das sich genial fährt.

Motorradfahrer in Kurvenlage
Kurve. Nach rechts.

Los geht’s #letourdesgrandesalpes Motorradtour.

5 Männer und ihre Maschinen. Der See-Alpenblitz beginnt. Wir sind auf Motorradtour. Das Ziel ist das Mittelmeer (oder fast), aber eigentlich ist wie immer, der Weg das Ziel.

Aller Anfang ist schwer. Erstens ist heute Strecke gefragt und der Chef diskussionsfreudig. Ich komme zu spät los und habe nur noch die Autobahn als Option.

Kurz nach Ulm schüttet es. Ich glaub ich dreh um. Der Hauser hat sogar nen Regenkombi eingepackt.

10 Minuten später bin ich klatschnass. Und der Regen hört auf. Die Straße dampft,

Bild: Motorrad vor Straße, von der Dampf aufsteigt.
Da dampft die Straße.

mir ist kalt und die Landschaft wunderschön. So langsam stellt sich Tourengefühl ein. Vor mir liegen 7 Tage auf dem Bock, Berge, tolle Jungs, Fahrtwind. Ich freue mich.

Der See-Alpenblitz, le grand tour des alpes, findet die nächsten Tage hier statt. Und auf Kettenritzel.cc.

Stay tuned.

S1000R Unboxing.

Jetzt ist sie da: auf den zweiten Anlauf hat es dann geklappt. Die weiße S1000R ist mein.

Nach der S1000RR im letzten Jahr ist die “single R” ein Sofa. Breiter Lenker, aufrechte Sitzhaltung, wenn ich es nicht besser wüsste würde ich sagen, das ist der Chopper unter den Supersportlern.

Der erste Eindruck zeigt aber auch ein brachiales Aggregat. Einen Wahnsinns Sound. Technik zum verlieben (Schaltassistent und laut Handbuch Helferlein, deren Namen ich mir erst einmal nicht merken kann).

Hoffentlich gibt das nicht lauter kleine weiße Rollschuhe…

Im Münchner Abendverkehr wirkt der Lenker unglaublich breit. Ich versuche beim Abbiegen beide Spuren zu nehmen. Und ein Durchschlängeln im Stau scheint unmöglich bei weniger als einer Rettungsgasse für Polizei-LKWs. Der RR-Fahrer hinter mir (ausgerechnet!) hält es nicht aus und überholt mich mühelos links und rechts. Naja, nicht wirklich. Warum sollte er zweimal an mir vorbeifahren?!