Saison 2020 starting…

Noch liegt Schnee. Noch ist nicht Saison. Aber Motorradfahren geht schon.

Beinahe wie immer zu Jahresstart ist die Veefer das gutmütige Motorrad im Stall, das die Saison eröffnet. So richtig viel Grip haben die Straßen noch nicht. Und so richtig warm will es auf dem Motorrad auch noch nicht werden. Und so wird es eine kleine Saison-Starting Tour. Münchner Umland. Gerade so viel, dass die (noch schneebedeckten) Berge in Sichtweite kommen.

Motorradfahrer sitzt seitlich auf stehendem Motorrad
Es geht wieder los.

Später im Jahr wird dann aber ein weiteres Pferd im Stall stehen:

Bild: (c) BMW PressClub.

die BMW R 1250 RS. Ein Sporttourer, wie die VFR, nur ein paar Tage neuer (genaugenommen 30 Jahre – Happy Birthday Veefer!). Der neue Boxer mit Shift-Cam Technologie soll noch mehr Drehmoment auf das Hinterrad bringen. Und die Optik ist frisch, nicht wie viele der älteren Boxer-Modelle eher praktisch.

Wie sich die 1250 RS tatsächlich fährt, was 30 Jahre Altersunterschied in Motor, Fahrwerk und am Ende Fahrspaß ausmachen. Das alles werde ich berichten. Hier.

Winter Take-Over: You better carve!

Es ist Winter. Wundersam weißes Zeug liegt auf den Straßen (ok, vielleicht nicht im Winter 2019/2020). Es ist rutschig.

Dennoch muss Schräglage her. Grund für die gähnende Stille in diesem Blog ist der “Winter Take-Over”.

Wenn der Gummi nicht hält muss die Stahlkante in den Schnee.

Schräglage geht nämlich auch im Schnee. Bei entsprechendem Material. Und etwas Übung.

Denn sie saßen nur auf den Hängen und Pisten.

Doch auch der schönste Winter wird ein Ende haben. Und der Motorrad-Blog wird zurückkehren. Versprochen.

Ich schau mal nach dem Sommer. Unten an der Piste.

Good Bye #Racer. Again.

Eigentlich kam die #Racer doch gerade erst in die Familie.

Leider ist das Problem an geliehenen Motorrädern, dass sie irgendwann wieder zurück müssen. Und heute ist es soweit.

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https://youtu.be/KtnMQQwYfCo

Was bleibt zu sagen: die #Racer ist ein schönes Motorrad. Und Schönheit ist teuer. Weniger was den Preis der Maschine angeht als die Kompromisse, die Langstreckentauglichkeit, Gepäck, Bequemlichkeit. Darum verlieren wir keine weiteren Worte dazu sondern konzentrieren wir uns auf das, was die #Racer ausmacht…

BMW R nineT und Schwan
Ein eitler Schwan. Und ein echter.

BMW R nineT Racer vor dem Schloß Nymphenburg
Königliche Kulisse.

BMW R nineT Racer in der Dämmerung
Leave a light on for me.

BMW R nineT bei Sonnenuntergang
Wenn Licht ihr Ton wäre, würde sie mich anschreien – oder: warum ISO 16.000 nicht immer ideal ist.

HDR Aufnahme - Bike vor Schloß
Der König fährt #Racer.

Good Bye #Racer. Es war mir ein Fest.

Motorrad in der Dämmerung
Good bye…

Mittelgebirgstour 2019: Thüringer Wald. Tag 3.

Motorräder an Straße

Zum Nachlesen: Tag 1  und Tag 2.

Dritter und letzter Tag. Warum fahren wir nur ein Wochenende?

Los geht es also bei unserer Unterkunft in Oberhof. Das Wetter macht mit.

Motorradfahrer liegt fotografierend auf der Straße.
Aus dieser Perspektive sieht so ne Speed Triple gleich richtig groß aus.

Anders als geplant (sogar das können wir) fahren wir die gestern total überlaufene Strecke nach Neustadt am Rennsteig – heute ohne jeden Verkehr und mit viel Spaß.

Moppeds am Straßenrand
Standstreifen.

Entlang der Schwarza nimmt der Verkehr etwas zu. Es fühlt sich aber an wie ein echter Sonntagmorgen. Ein paar motivierte Motorradfahrer, ein paar Sonntagsausflügler auf dem Weg zu Großmuttern.

Das Planerglück bleibt uns hold,

Gesperrte Straße
Unser Wegweiser für diese Tour: Durchfahrt verboten.

so langsam lernen wir aber, dass diese Schilder eher Deko als ernstzumeinende Tourenvorschläge sind. Einheimische Radfahrer sprechen uns an, während wir nach Alternativrouten suchen. Und schlagen vor unbedingt die gesperrte Strecke zu nehmen. Das machen hier alle so.

Und so ist es auch.

Ortschild "Gabe Gottes"
Auf die Gabe Gottes muss man auch mal warten können.

Das Mittelgebirge behält uns zwei bis kurz nach Mittag, bei Blankenstein trennen sich dann jedoch unsere Wege. Alex muss nach Norden, ich ein paar hundert Kilometer nach Süden. Wolken ziehen auf, aber das schlechte Wetter kreist nur um mich herum.

Nach einem ersten Stück Autobahn verlasse ich am Stauende bei Gefrees die Bahn und wurschtle mich über Nebenstraßen. Mal interessanter, mal weniger, stehe ich plötzlich mitten in einem Kieswerk. Auf öffentlicher Straße.

Motorrad im Kieswerk
Brauche Kies, habe Steine.

Eine wunderbare Kulisse für ein paar Fotos.

Hinter Nürnberg/Feucht ist dann der Tag schon einigermaßen gebraucht und die Tourenfähigkeit der R nineT Racer weitgehend aufgebraucht. Etwas mehr als eine Stunde verbringe ich noch auf der Autobahn.

Und dann ist die Mittelgebirgstour 2019 Geschichte.

1177 km auf dem Tacho
1.177km an 2 1/2 Tagen. Auf der Racer. Gilt.

Wann fahren wir wieder?

GPX Track – 3. Tag

 

Mittelgebirgstour 2019: Thüringer Wald. Tag 2.

Kettenritzel und Motor8 vor den Bikes

Tag 1: siehe Mittelgebirgstour 2019: Thüringer Wald. Tag 1.

Es ist schon ein paar Tage her, aber erst jetzt komme ich dazu die Eindrücke vom zweiten Tag der Mittelgebirgstour zu kommentieren.

Von Bad Lobenstein gehts nach Norden zum eigentlich geplanten, aber ausgebuchten ersten Übernachtungsort, Ziegenrück. Auf den Booking-Seiten war das eher ein komisches Dorf, beim Durchfahren aber durchaus hübsch. Hier hätten wir es auch ausgehalten.

Wir waren ja schon einmal  in diesem Revier unterwegs, in etwas größerer Besetzung. Da ich sowas immer vergesse und mich über alles noch einmal freuen kann brauchte es schon bis zur Mühlenfähre bevor ich mich erinnere.

Motorräder auf der Fähre
Mühlenfähre damals (2014)…

Motorräder auf der Mühlenfähre
… und heute (2019).

Aber dieses Stück öffentlicher Nahverkehr ist so bemerkenswert, das vergisst man nicht.

Ab da versuche ich mehrfach vorauszufahren. Erfolglos. Spätestens an jeder zweiten Straßenkreuzung schickt mich das Navi im Helm in die falsche Richtung und so fährt der Herr Hauser vorbei und die ersten Stunden immer voraus. Wir umrunden den Hohenwarte Stausee. Die Straße ist kurvig, schön (und wie vielen an diesem Tag) holprig zu fahren. Immer wieder denke ich, lass uns anhalten und fotografieren. Und irgendwann sind wir über die Staumauer drüber und der See hinter uns. Stellt ihn Euch vor: schön, selbst kurvig wie eine Motorradtour. Und nicht fotografiert. Außer der Straße auf der Staumauer.

Straße auf der Hohenwarte Staumauer
Wunderschöner Stausee (links und rechts der Straße. Nicht im Bild.)

Es geht weiter über Leutenberg nach Großgeschwenda, hinter dem es einen ersten großartigen Ausblick über den Thüringerwald und seine Landschaft gibt.

Motorräder vor Landschaft
Motorräder vor Landschaft. Breitbild, wegen viel Landschaft.

Danach wird’s wild. Baustellen, Großeinsatzübungen der Polizei, willkürliche Streckensperrungen machen unser Tagesprogramm anders als geplant. Aber wir wollen Neues erleben und tun es.

Motorradfahrer im Rückspiegel dahinter Baustelle
Viel Stelle mit Baustelle .

Irgendwann sind wir zurück auf dem Rennsteig, der nicht etwa eine Motorradrennstrecke ist, sondern vielmehr ein alter Grenzweg, heute Fernwanderweg. Wir teilen uns die Strecke mit beschleunigten Wanderern. Ein Volkslauf/-fahrradrennen/-amstraßenrandrumstehen macht die kurvige Strecke zu einem Hindernisrennen. Entsprechend gemächlich sind wir unterwegs.

Wir kommen vorbei an Oberhof, bekannt aus den langatmigen  Wintersportübertragungen im Ersten. Indoor-Biathlonhallen und Sprungschanzen wirken im Sommer fast ein wenig wie die verlassenen Wintersportorte der Alpen abseits der Saison. Die Sprungschanze liegt direkt an der Straße, auf der anderen Straßenseite schließen sich noch (zugewachsene) Tribünenplätze an.

Tribünenseite der Oberhofer Sprungschanze
Ein Männlein sitzt im Walde, ganz still und stumm. Es hat vor lauter Purpur ein Helmchen auf.

Skisprungsschanze Oberhof
Wer mag?

Natürlich ist kurz nach der Schanze mal wieder Schluß weil Straße gesperrt. Via Zella-Mehlis kurven wir in einem Riesenschlenker weiter. Die Temperatur und die ständige Umplanung drücken mir ehrlich gesagt so langsam aufs Gemüt. Aber hilft ja nix.

In Bad Liebenstein ändert sich die Gemütslage schlagartig. Im Ort schon beginnt die Glasbach Rennstrecke. Anders als vor 5 Jahren gurken wir hier aber keinen Ren(n)tner-Autos hinterher sondern kommen flott um die wunderbar in den Hang gezogenen Kurven. Ein großes Fest. Leider ohne Bildmaterial, denn wenig zuvor haben die Thüringerwaldstraßenbeläge ihre Schuldigkeit getan und die GoPro von der Halterung vibriert. War eh ne alte.

Nach kurzer Pause und Stärkung erfreuen uns die nächsten Sperrungen und Sackgassenzeichen. In der Ferne zieht der Himmel bedrohlich zu und kurz vor Ankunft in Oberhof werden wir dann endlich auch noch einmal nass. Sauglatt sind die Bitumenstreifen auf den letzten gut ausgebauten Metern der L1128. Jetzt ist Konzentration angesagt, denn nach weit über 300 km und gut Kurven im Gebälk ist sicher ankommen die Devise.

Die Wahl der Unterkunft erweist sich als Glücksgriff. Die Wahl des Abendmahles als schwierig. Würzfleisch heißt die Devise. Aber mit nem Bierchen oder zwei tut das auch gut.

GPX vom Tag 2

Tag 2 aus Sicht von Alex findet Ihr hier.

Mittelgebirgstour 2019: Thüringer Wald. Tag 1.

SpeedTriple und Racer

Die letzten Jahre war Alpenblitz. Dieses Jahr ist der Urlaub knapp und die Tour mit dem Kettenritzel.CC muss zeitoptimiert, in unserem Fall an einem Wochenende stattfinden. Und da wir aus Berlin und München anreisen ist der beste Kompromiss die Mitte. Der Thüringer Wald. #Alpenblitz goes #Mittelgebirgstour.

An einem Freitag gegen vier komme ich endlich aus München los. Irgendwie bin ich im Motorradfahr-Modus. Trotzdem ist München noch im Feierabendverkehrsmodus. Und so verbringe ich die erste halbe Stunde nicht im Fahrtwind sondern im Stadtverkehr. Bei Touren dieser Art ist es immer wichtig auch einen gefühlsmäßigen Startpunkt zu haben. Von dem aus dann alles besser wird. Und 30 Minuten mittlerer Ring bei doch einigermaßen Hitze ist ein guter Startpunkt. Ab jetzt wird es besser.

Und so genieße ich sogar die erste Stunde Autobahn bis knapp hinter Nürnberg. Wenigstens rollt der Verkehr, der Fahrtwind tut gut und ich liege gut in der Zeit.

Dann muss ich aber runter von der Bahn. Bei Lauf an der Pegnitz fahre ich runter, die Landstraßen hier sind mir weitgehend unbekannt und erst mal unspektakulär. Doch bei Pottenstein tauche ich plötzlich in ein völlig unerwartet schönes Tal ab.

BMW R nineT Racer vor
Burg Pottenstein

Die Püttlach hat sich hier in das Land eingeschnitten und die Straße schlängelt sich dem kleinen Fluß entlang. Die Felsformationen am Rand sind schwer hübsch, und die Burg, die hoch auf einem der Steine sitzt könnte nicht malerischer im Abendlicht liegen.

Kurz nach dem Ort zweigt die Straße durch die Bärenschlucht ab.

Einfahrt Bährenschlucht
No Bears. No ned amol Gummibärs.

Ab hier bleibt die Strecke kurvig, die Landschaft ist zunehmend weniger besiedelt und die Straßen sind scheinbar nur für mich da.

BMW R nineT hinter Mohnblumen
Die #Racer im Mohnschein.

Auf der Höhe von Kronach fahre ich schließlich in den Frankenwald. Die Reserveanzeige geht an, also bei der nächsten Möglichkeit tanken. Tolle Straßen, tolle Kurven weit und breit. Aber keine Tankstelle.

Erst am Zielort für den ersten Tag, in Bad Lobenstein, gibt es eine Tanke mit Kartenautomat. 40 km sind also mindestens drin im Reservetank. Aber ein bisschen beunruhigend war’s schon.

Fast zeitgleich mit mir kommt Alex an unserem Hotel mitten im Ort an. Timing haben wir drauf.

SpeedTriple und RnineT auf dem Marktplatz in Bad Lobenstein
Sleep well dear motorcycles.

Es wird Abend, es wird Morgen. Nächster Tag.

 

GPX-Tracks: Mittelgebirgstour-Tag1, Tag 2 Tag 3

 

Mit der #Racer an den #See. Teil 4: Zurück.

BMW R nineT Racer am Timmelsjoch vor dem Passmuseum

Genug fremde und eigene Kunst. Nicht jeder hat ewig Urlaub und so muss ich zurück nach München. Für die Rückfahrt habe ich nur einen Tag und vom See komme ich auch erst nach ausführlichem Frühstück und so weiter los. Und so ist der Plan erst einmal die Bahn.

Motorrad an der Gardesana
Noch ein letzter Stopp an der Gardesana. Es wehmütet sehr.

Vom See fahre ich die A22 bis Auer. Das macht Strecke, aber keinen Spaß. Runter von der Bahn komme ich am Kalterer See vorbei, durchaus verbunden mit Motorradgeschichte und -folklore. Die in Kaltern gestrandete CB750 seinerseits war aber vor den Zeiten der Internetblogs und so muss nur ich mich an diese schwierige Geschichte erinnern.

Blick über Weinreben auf den Kalterer See.
Kalterersee hinter Kalterer Weinreben. Oder wie man auch sagen könnte: vorne sauer, hinten kalt.

Den Mendelpass setze ich kurz an um zu merken, dass ich damit wieder in Richtung Süden komme. Da will ich ja gar nicht hin. Also zurück nach Norden, an Andrian vorbei und auf der anderen Talseite den Berg hinauf. Hier beginnt eine lange, kurvige und landschaftlich wunderschöne Strecke über Mölten, Vöran, Hafling (wer jetzt an Pferde denkt hat Recht) bis Meran.

Dort wird der Himmel dunkler und die Frage spannend: hinten bei St. Leonard links über das Timmelsjoch – bis gestern geschlossen – oder eben rechts in Richtung Jaufen- und Brennerpass.

Das Schild sagt “Timmelsjoch geöffnet” – juhuu! Also rauf auf den Pass.

Valöentino Rossi Helm am Timmelsjoch
Der Fahrer braucht schon wieder Kaffee. Hoffentlich hält das Wetter…

Es wird grauer, irgendwann hagelt es und die Straße im oberen Bereich der Passsüdseite ist nass. Dafür ist kaum jemand unterwegs.

Panorama an der Timmelsjoch-Südseite.
Schneekettenanlegeplatz.

Es tröpfelt. Kein Grund den Regenkombi aus dem gut verstauten Gepäck zu holen. Bald geht’s ja wieder runter und dann kommt der Sommer zurück. Ich will nicht zitiert werden.

Durch den Passtunnel hindurch offenbart sich die Nordseite. Mehr Regen (hört aber gleich auf), Wind, und Schnee. Etwas Schnee.

Motorrad auf freigefräßter Straße
Mit ausreichend hoher Bande sinkt das Risiko von Abstürzen auf ausgesetzten Passstraßen.

Motorradfahrer vor Schneewand
Wächst mir etwas über den Kopf, der Schnee.

Der Regen wird nochmals stärker, aber jetzt die Regenkombi anzuziehen wäre albern. Es geht ins Tal, und da wird die Sonne scheinen.

Timmelsjoch Passstraße mit Schnee
Die Parkbucht ist zu.

An der Mautstation zahle ich zähneknirschend oder -klappernd die 14 Euro für die einfache Fahrt.

Der Regen wird noch stärker und läuft bereits quer durch die Lederkombi. Aber jetzt anhalten, das wäre echt albern.

In Sölden sind meine Nerven dann durch. Also raus mit der Regenkombi. Alles ist klamm und nass. Aber jetzt bin ich schön in Gummi verpackt. Der Regen kann mich mal.

Nach 2 km ist die Straße trocken.

Dreckiges Motorrad
Wer hat das Motorrad dreckig gemacht?

Jetzt nur noch heim. Über Scharnitz und Mittenwald fahre ich zum Walchensee. Die Handgelenke tun weh, ich hab Hunger. Und so ein Wurschdsalat am See ist eine großartige Sache.

Motorrad am Walchensee
Motorrad vor See. Again.

Der Wurstsalat kommt, es beginnt zu regnen.

80 km später bin ich in München. Es war eine tolle Tour!

GPX Track zur Tour.

Mit der #Racer an den #See: Teil 3: der #See in #HD.

BMW R nineT Racer unter Olivenbaum am Gardasee

Der Gardasee ist pittoresk. Das Bike auch. Also zählen wir eins und eins zusammen und machen noch ein wenig HDR Fotografie daraus.

BMW R nineT Racer im Olivenhain über dem Gardasee - Bild 4
Zuviel HDR wirkt auch nicht echter.

BMW R nineT Racer im Olivenhain über dem Gardasee - Bild 3
Die #Racer hört sogar das Gras wachsen

BMW R nineT Racer im Olivenhain über dem Gardasee - Bild 2
Italienische Sicherheit mit Hut und Sonnenbrille.

BMW R nineT Racer im Olivenhain über dem Gardasee - Bild 1
Göttlicher Schein von oben? Oder nur gut fotografiert?

Schon fotogen, die kleine, findet Ihr nicht?

Mit der #Racer an den #See. Teil 2: May You Live in Interesting Times.

Die Tage am See gehören der Familie und der Erholung. Die #Racer bleibt vor dem Appartment und ziert den Parkplatz (dazu später mehr).

Der Sonntag ist der Biennale gewidmet. Aus einer Schnapsidee heraus wählen wir den Zug um vom See nach Venedig zu kommen und lernen vieles über den Zustand des öffentlichen Nahverkehrs und warum bei aller rationalen Vernunft die Schiene zwar eine mögliche, aber auch nur eine theoretisch mögliche Alternative zu Auto und Motorrad ist.

Nach Stunden kommen wir in Venedig an. Mit Verlaub, einem Ort dessen Reiz sich mir nicht erschließt. Es ist und bleibt ein von Touristen überlaufenes, stinkendes Drecksloch. Aber es hat eine Ausstellung, die von den meisten Touristen glücklicherweise ignoriert wird, und tatsächlich besuchenswert ist. Die Biennale Arte.

Wie Ihr wisst, steht die “8” in Motor8 für Kunst und Kultur. Und so lasst Euch berichten, dass die Biennale 2019 unter dem Motto “May You Live in Interesting Times” versucht zu reflektieren, was unser bestehendes Weltbild, Grenzen, Politik, Technologie, verändert, bereichert oder bedroht. Sie versucht durch Kunst darzustellen, wie wir die Welt bisher noch nicht gesehen oder verstanden haben und gibt Ausblicke, wie sich Dinge ändern und verändern können.

Schriftzug am Eingang zur Ausstellung von Hito Steyerl
Die Zukunft ist unleserlich.

Entsprechend viel verstörende Werke sind zu sehen, entsprechend viel digitale Kunst ist zumindest im Arsenal zu sehen, auf das sich unser Besuch beschränkt.

Beeindruckend ist die Installation von Hito Steyerl. Sie gibt einen Ausblick darauf, wie Kunst aussehen könnte, die nicht mehr der Mensch, sondern von künstlicher Intelligenz geschaffen wird.

Kunstwerk von Hito Steyerl auf der Biennale 2019
Irgendwie so ähnlich wie echt.

Christoph Büchel stellt mit Barca Nostra ein tatsächlich  gesunkenen Flüchtlingsschiff aus, das der italienische Staat als Mahnmal für die Flüchtlinge, aber ebenso für Politik und die Ursachen von Flucht und Vertreibung dar. Die großen Löcher im Schiffsrumpf sind verstörend und beeindruckend zugleich.

Barca Nostra von Christoph Büchel auf der Biennale 2019
Keine Pointe.

Zurück zum Motorrad-Content. Die deutsche Künstlerin Alexandra Bircken beschäftigt sich mit vom menschen geschaffenen Materialien und Formen und führt diese ungewöhnlichen und unangenehmen Formen neu zusammen. Auf der zeigen Ihre Installationen, wie das Ende der Menschheit aussehen könnte. Die Honda in leicht modifiziertem Zusammenbau sieht aus wie in der Endzeitstimmung von Madmax.

Kunstwerk von Alexandra Bircken
Ich repariere meine Motorräder immer selbst.

Die zerschnittene Rennmaschine und Fahrerausstattung erinnert den geneigten Motorradfahrer an die Grenzen und Gefahren des Zweiradsports. Der Fahrer ist nur noch die Beute und eine Trophäe an der Wohnzimmerwand.

Kunstwerk von Alexandra Bircken auf der Biennale 2019
Für enge Kehren empfiehlt sich das Gelenk in der Mitte des Motorrads (links). Das Tigerfell des Bikers als Wandschmuck ist von Dainese (rechts).

Die Ausstellung will die Augen öffnen für Veränderungen, die gerade stattfinden. Kunst gibt keine Lösungen. Aber wenn sie hilft neue Blickrichtungen zu geben ist sie nicht nur schön sondern auch wertvoll.

Anschauen. Venedig (ja, leider), noch bis 24.11.2019.

Mit der #Racer an den #See. Teil 1: Hin.

Mein Urlaub ist knapp, der der Familie weniger. So steht die Ausrede, bevor ich sie brauche. Die Familie fährt für eine Woche an den Gardasee und ich nur über’s Wochenende.

Wie komme ich da nur hin?

Mit dem Supersparpreis der Bahn kommen Sie überall hin. Mit der BMW R nineT auch. Vielleicht. In beiden Fällen.

Im Prospekt steht “das perfekte Reisemotorrad”. “Nehmen Sie soviel Gepäck mit, wie Sie wollen”. Nur eben bei der BMW 1250 GS. Und nicht auf der Seite der R nineT Racer. Egal, beweisen wir, dass es geht.

Schon das Gepäck ist eine Herausforderung. Der ach so sexy Bürzel ist das Gegenteil des Gepäckträgers. Nichts, was man mit ausreichend Spanngurten fixen könnte. Check.

Die Routenplanung ist die nächste Herausforderung. Langgestreckte, geduckte Haltung, viel Gewicht auf den Handgelenken. Kombiniert mit wetterbedingten Sperrungen in den ganzen Alpen? Ignorieren. Check.

Also los.

In der letzten Besprechung im Büro sitze ich bereits in leicht gestreckter Haltung am Besprechungstisch und schaue immer wieder nervös, ob das Gepäck hinter mir noch an Ort und Stelle sitzt. Für heute ist zwar nur noch die Anfahrt an die Berge im Programm. Aber eine Ankunft im Hellen wäre schön. Und wie lange diese Anfahrt am letzten Schultag vor den Pfingstferien dauert ist schwer abschätzbar.

So wähle ich eine vergleichsweise direkte Strecke (das Hahntennjoch mit seinen lächerlichen 1894 Metern ist wegen Schnee eh noch gesperrt. IM JUNI!) zu meiner Unterkunft im Unterengadin. Ohne weitere Störungen bin ich nach nicht mal vier Stunden da.

Sent, Schweiz. Alte Bauernhöfe in Traumkulisse.

Hin zu den Pässen.

Schnee wie selten in den Alpen zu Pfingsten, Klassiker wie das Stilfser Joch, der Gaviapass oder der Passo Crocedomini sind noch geschlossen. Und so wird es eine ganz andere Route als sonst.

Noch vor dem ersten Pass offenbart sich ganz unerwartet ein wunderschönes Stück Straße. Zwischen Scoul und Zernez schlängelt sich die Straße ganz ohne Verkehr dem noch mickrigen Inn entlang. Die Sonne scheint, die Temperaturen sind perfekt und die #Racer handelt wunderbar die harmonisch in das Tal gelegten Kurven entlang. So kann es weitergehen.

Ofen, sonstwo, Umbrail.

Den Tunnel nach Livigno lasse ich rechts liegen und fahre den Ofenpass hinauf. Vor ein paar Jahren hatten wir hier mächtig Spaß mit den beiden RRs. Heute, mit der #Racer, finde ich den Pass zwar landschaftlich immer noch atemberaubend, aber fahrtechnisch fast ein wenig langweilig. Zu wenig, zu weite Kurven. Aber Landschaft. Reichlich.

Eher versehentlich biege ich in Fuldera links ab. Der Bus vor mir will nicht recht aus dem Weg gehen und in  der Abzweigung steht ein Busse verboten Schild. Ein Zeichen. Und so schlängelt sich ein einspuriger Fahrweg ohne jeden Verkehr auf der linken Talseite bergauf. Sicherlich unnötige Höhenmeter. Aber darum geht’s ja schließlich.

Zwischen Fuldera und Santa Maria. Nur nicht in der Mitte sondern eher so nebendran.

Am höchsten Punkt offenbart sich ein Ausblick auf das was kommt. Auf der anderen Talseite schlängelt sich der Umbrail-Pass hinauf in Richtung Stilfserjoch.

Alle mit Lesebrille sehen auf der anderen Talseite den Aufstieg zum Umbrail-Pass. Alle anderen einen Helm im Rückspiegel.

Also runter nach Santa Maria im Münstertal und hoch in Richtung Umbrail. Auch hier erfreulich wenig Verkehr. Ein einziges Mal sauge ich mich hinter zwei alten BMWs fest, deren Heckscheibe die “250 € Challenge” ziert. So wie die Karren aussehen waren die für den Preis aber vollgetankt. Völlig unerwartet fahren nach wenigen Metern aber beide rechts ran und lassen mich vorbei. Umbrail for one.

Die Racer macht einen Heidenlärm den Berg hinauf. Die Straßenlage ist atemberaubend, lediglich die Gasannahme nach der Kehre ist etwas gewöhnungsbedürftig. Anders als die großen Schwestern aus dem Stalle BMW hat die R nineT kein E-Gas sondern einen guten alten Seilzug. Und der hat gerade soviel Spiel zwischen nix und Beschleunigung, dass zwischen Schräglage am Kurvenende und Beschleunigung auf die Gerade noch ordentlich Adrenalin passt. Gewöhnungssache. Aber noch nicht am ersten Pass.

Oben: Schnee.

Bitte jetzt nicht an den Straßenrand pullern.

Jemand war so freundlich das Umbrail Passschild auszugraben. Gerade noch Glück habe ich, als oben ein kleines Schild verkündet: Abfahrt bis Bormio nur bis 12:00 Mittag, danach wegen Lawinengefahr gesperrt. Es ist 11:20 Uhr. Also runter nach Bormio.

Mortirolo.

Einmal Mopped und Fahrer betanken,

R nineT Racer Fahrer: Verbrauch nach WMTC auf 100 km: 5,3 Espresso.

dann weiter auf bislang für mich völlig unbekannter Strecke, dem Passo Mortirolo.

Passo M…, ach lest selbst.

Schmale Straße, guter Fahrbahnbelag, meist durch den Wald aber mit immer wieder schönen Ausblicken in die benachbarte Bergwelt. Durchaus eine Entdeckung.

Das Leben ist eine Kurve.

Passo Tonale, Madonna die Campiglio

Von Ponte die Legno geht es klassisch weiter über den Passo Tonale. Die Heizerdichte nimmt wieder zu. Ich frage mich, warum die übelsten Fahrer alle schweizer Kennzeichen haben (dürfen die das zuhause nicht?) und warum diese mich auf der folgenden Strecke fünfmal überholen. Entweder die haben kein Navi oder einen noch höheren Espresso-Verbrauch als ich. Egal. Ich bin Genuß-Racer-Fahrer.

Vor Madonna di Campiglio male ich das Sternbild des wegen Straßensperrungen frustrierten Motorradfahrers in den GPX-Track

“Schnellste Route” stand auf der Packungsbeilage.

die Auffahrt nach Madonna di Campiglio entschädigt aber für die Umwege.

Espresso ist aus.

So langsam spüre ich die Kilometer in den Handgelenken. Touren auf der #Racer ist durchaus harte Arbeit.

Es sind aber auch nur noch ein paar Kilometer bis zum See. Ein mir bislang verborgen gebliebenes Sträßchen über Pranzo bringt mich mit vielen Kurven runter nach Garda. Dort brennt die Sonne und das Pfingstwochenende beschert mir ein Gefühl von München am Gardasee.

Gegen fünf komme ich an. Der Empfang ist herzlich (Familie) und bestätigend (“geiles Motorrad” vom benachbarten Balkon). Für heute stelle ich die #Racer auf den Parkplatz und mich in den Biergarten der Speckstube, dem wohl italienischsten Lokal am Gardasee.

Speckstube, authentic Italian food.

Den Rückweg vom Gardasee gibt’s bald an dieser Stelle. Stay tuned!

 

GPX-Track der Tour: Gardasee-Anfahrt

 

Bildergalerie der Gardaseetour: bei Flickr