Sicherheit, mit Vergnügen.

Motorrad-Sicherheitstraining in Aschheim. Wie letztes Jahr. Mit Fotografierverbot. Wie letztes Jahr. Nach Einfahrt in das Gelände müssen die Fotos ausbleiben,

Die Einfahrt zur Foto-freien Zone.

also heute mal viel Text, ein Pressefoto und Knieschleifer-Content.

Gut 10 Gruppen à 8 Fahrern sind auf dem Kurs. Auf dem großen Gelände verteilt sich das aber gut und so wechseln wir uns in den 8 Stunden bei strahlender Sonne und guter Hitze mit den anderen Gruppen ab.

Meine Gruppe hat ein paar starke Fahrer. Vier Husqvarna Nudas sind dabei. Was für ein starkes Motorrad.

Husqvarna Nuda 900 R. Foto: BMW Group Pressefoto.

Gut die Jungs können auch fahren, aber so agil und so dynamisch um den Kurs geht kein zweites… Das Bike stammt aus der Zeit als BMW noch Eigentümer von Husqvarna Motorcycles war, bevor der Verkauf an Pierre Industries erfolgte.  Sonst hatten wir noch eine S1000RR (seufz), zwei “alte BMW” und meine “R”.

Bremsen.

Könnt Ihr, sagt der Trainer. Also endlich mal nicht Vollbremsung mit Ausweichen, sondern die interessanten Sachen: wie viel Lenken geht bei ABS im Regelbetrieb? Nicht viel, aber ein bisschen schon. Und so ein halbes Grad Lenkeinschlag bei Auffahrt auf ein Stauende kann Wunder bewirken.

Handling.

Das Highlight auf dem Gelände. Eine starke Stunde Renn-Feeling, mit langgezogenen Kurven mit Knie auf dem Boden, engen Kehren und Hügeln. Nur wenige wollen an mir vorbei, einige lassen mich gerne vorbei. Die richtige Spur zu lesen, Kurven außen anzufahren und mit reichlich reserve in der Spurmitte wieder rauszukommen. Ein großer Spaß. Ratet mal ob das ein linksrum oder rechtsrum Kurs war:

Links. Schrabbelschrabbelschrabbel.
Rechts. Nischts.
Fahren in Schritttempo

Letztes Jahr der Alptraum auf der #RRed, dieses Jahr auf der R nicht viel besser. Die Nudas hüpfen durch die Gegend, dass man schier nicht zusehen kann. Für die schweren Geräte gilt (neu gelernt): nur nicht mit dem Lenker lenken, der hat zu schnell zu viel Anschlag links und rechts. Stattdessen Kupplung, Gas, Bremse und Gewichtsverlagerung durch den Oberkörper. Üben! Es geht. Aber ist bei diesen Temperaturen eine Qual. Die R klettert kurz nach dem Anlassen auf 100 Grad, schaltet den Lüfter an und versorgt den Fahrer mit tropischen Winden. Puh, ich bin froh als wir weiterziehen.

Steigung und Gefälle

30 Grad Steigung sind enorm und die Geschwindigkeit richtig zu schätzen, mit der man oben gerade so ankommt ist erst einmal nicht leicht (E = 1/2 m v ²). Zuviel Geschwindigkeit erzeugt dann erst einmal eine Strecke Flug. Und das ist für den Ungeübten ganz schön schaurig. Und beim zweiten Mal witzig.

Kurven. Der 8er und der Halbmond.

Schräglage pur. Erkenntnis eins: bisher geht immer noch ein bisschen mehr. Die RR hat einen Neigungsmesser der es auf 51° bringt und dem Trainer die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Wie erkennt man ob noch ein Grad mehr geht? Daran ob’s hält. Punkt. Wenn’s halt nicht hält hält’s halt nicht. Also lieber etwas Abstand zur physikalischen Grenze.

Erkenntnis zwei: ein Hindernis in Schräglage zu treffen (in unserem Fall einen Stein) ist a) nicht einfach und b) nicht schlimm. Wenn das eine Grad noch in Reserve ist.

Seitenwindanlage

Auf dem Gelände gibt es 80 km/h Seitenwind aus der Dose. Eine beeindruckende Anlage. Aber auch nicht wesentlich anders als die Böhe, die einen nach dem LKW auf der Autobahn von der Seite trifft. Gegenlenken, Mopped schräg stellen und Spur halten.

Fazit

Das war ein großer Spaß. Soll ich das Renntraining im Sommer also doch machen? Gebucht ist es ja schon. Aber ich weiß nicht wie ich das Motorrad da hinbekommen soll. Und ob meine alte VFR überhaupt geeignet ist. Und welche Reifen ich brauche. Und ob ich ein Zelt mitnehmen muss.

Aber der Handlingparkour war sooooo genial…

Lederkombi reinigen.

Was das angeht bin ich der Oberschlamper. Aber. Gestern Abend waren dann irgendwann soviel tote Fliegen auf meiner Lederkombi verteilt, dass ich mich zunehmend wie ein fahrender Friedhof fühlte und mich die Menschen angewidert angesehen haben. Also dann:

Straßenstaub, Schmutz:

Den ersten großen Effekt erzielt ein feuchter Lappen. Die Fliegen beeindruckt das nicht, aber die Farbe des Wassers spricht Bände. Staub, Pollen, etc. wird man so schon einmal los. Einfachste Übung.

Tote Fliegen und hartnäckige Flecken:

Dainese liefert mit der ersten Ausstattung einen “Strong Cleaner” mit. Für genau diese Fälle.

Branding macht aus kleinen Produkten große Preise.

Der Cleaner muss auf einen feuchten Schwamm und dann “ohne größeren Druck” aufgebracht und trocken abgerieben werden. Theorie. Der Effekt ist ernüchternd. Wer nicht glaubt, dass tote Fliegen einen auslachen können, sollte den “Strong Cleaner” verwenden. Und spätestens bei den Textilpartien in der Kombi macht der Cleaner alles mögliche. Aber keine Fliegen weg.

Was wirkt ist ausreichend Wasser, etwas Seife und Geduld. Mit einem ordentlich nassen Lappen lösen sich die Fliegenreste irgendwann vom Leder und den Textilflächen und lassen sich damit abwischen. Anschließend muss die Kombi trocken gerieben werden und an der Luft einige Zeit vollständig abtrocknen. Nach so viel Wasser und Seife muss danach wieder Fett drauf. Nicht vergessen.

Rise and Shine:

Viel habe ich damals rumgedocktert an der Farbauswahl meiner Kombi. “Nimm nicht zuviel weiß”, hieß es damals. “Das kriegst Du nie wieder sauber”. Also, dann eben mehr blau.

Ganz schön blau dafür, dass das nächste Motorrad dann rot sein sollte #RRed

Als dann aber die italienische Style-Beraterin aus Vicenza den Entwurf sah, war plötzlich wieder alles anders. “Piu Bianco!” war die Devise.

Ganz schön viel weiß. Wird das jemals wieder sauber?

Und das bringt uns zurück zum Thema. Die weißen Stellen werden nämlich weder mit Wasser noch mit dem Strong Cleaner wieder weiß.

Hier hilft ein Schmutzradierer aus dem Drogeriemarkt.

Diese bestehen aus einem affenporigen Schwamm aus einem Melaminharz (ähnlich Polstern oder Dämmmaterial). Beim Abrieb nimmt das Harz die Schmutzpartikel auf. Übrig bleibt eine Menge abrieb und – hey! – weiße Flächen.

Einfetten:

Um das Leder stabil, geschmeidig und halbwegs wasserdicht zu halten braucht es Fett. Hier verwende ich das von Dainese mitgelieferte. Unglaublich wie viel Fläche und verwinkelte Stellen so eine Lederkombi hat.

Schmieren und salben hilft allenthalben.

Endlich ist alles geschafft: tataaah, der Fuchs strahlt wieder:

Fuchs Du hast die Gans gestohlen.

So eine frisch gereinigte Kombi muss dich sicher Probe gefahren werden, oder?

Tagestour: Altmühltal

Das Jahr in dem der Frühling auf einen Samstag fiel. Also raus mit den ersten Sonnenstrahlen in den Norden Münchens.

In der Stadt scheint die Sonne, alles riecht nach Frühling. Aber bei der Autobahnausfahrt Dachau kehrt der Nebel zurück. Schön anzusehen, leuchtende Rapsfelder im Sonnenlicht, dazwischen Nebelschwaden. Aber für einen frühen Maitermin und erwartetes Sommerwetter ganz schön frisch.

Photoshop hätte da doch sicher noch etwas leuchtenderes Gelb hinbekommen.

Glücklicherweise lichtet sich der Nebel dann doch. In Schrobenhausen sind die Spargelstecher auf den Feldern und die Straßen werden endlich kurviger und interessanter.

Wa denn die da in dene Furcha drinna?

Bei Bertoldsheim überquere ich die Donau vor einer mächtigen Schleuse. Ich muss zugeben, dass mir nicht bewusst war, dass hier der Main-Donau Kanal entlang geht:

Wie? Ein Kanal? Hier?

In der Nähe von Monheim wird endlich richtig kurvig. Ich komme bei mehreren Offroad-Parks mit reichlich Enduro-Betrieb vorbei, die vielen Steinbrüche in der Gegend laden offenbar dazu ein.

Vogel an anderen Vogel: Ziel-Kacken, jetzt!

Bei Dietfurt steige ich ins Altmühltal ein. Bald gehts entlang der 12 Apostel auf schön kurviger Straße, bald aber ist eine typische Landstraße, schön, aber wenig Motorrad-technisch herausfordernd. Schade eigentlich.

Am Ende des Altmühltals steht schliesslich eine besondere Attraktion (ya right): der geographische, reichlich prominent als solcher ausgewiesene Mittelpunkt Bayerns.

Der Mittelpunkt Bayerns, in vielen Köpfen der CSU, hier geographisch in Form einer Gedenktafel.

Die kurvige, steile Auffahrt vorbei an der Burg Kipfenberg ist heute natürlich gesperrt, der Gedenkort (gedenken an WAS?) ist nur über Umwege zu erreichen. Ich jedenfalls denke mir: komisch, ich dachte immer der Mittelpunkt Bayerns liegt in irgendeiner besonders schrägen Gehirnwindung von Horst Seehofer in der Bayerischen Staatskanzlei. So kann man sich täuschen.

Die Burg Kipfenberg ist übrigens in Privatbesitz und bewohnt und deshalb nicht zu besichtigen.

Burg Kipfenberg. Bitte draußen bleiben.

Auf dem Rückweg fahre ich in St. Kastl vorbei, laut einem Reiseführer [zotpressInText item=”{K3E7VGDJ}”] steht dort eine Linde, die man “unbedingt gesehen haben muss”. Nun, die Linde hat’s vor ein paar Jahren umgehauen [zotpressInText item=”{FQN25PPF}”], die Wallfahrtskirche St. Kastulus steht noch. Die dem Patron der Bauern und Hirten geweihte Kirche steht an einer lauschigen Stelle mit Blick auf die A9 und das umgebende Umland. Das Kirchenschiff selbst ist nicht zugänglich, durch ein Gitter kann man aber wohl einen Blick hinein riskieren.

Warum ist der Kirchturm krumm?

Bereits reichlich fahre ich Überwand weiter in Richtung Scheyern,

Tunnelblick

dort steht ein berühmtes Kloster, eine Benediktinerabtei mit einer sehenswerten Basilika

Platz für Benediktinermönche

und – im Kreuzgang hinter der Kirche – einem Gedenkstein für einen mit der Titanic gesunkenen Priester aus dem Kloster.

R.I.P. Titanic Priester

Dem Bild, mit dem ich nach der Rückkehr bei den Kindern am meisten trumpfen konnte.

Übrigens hat das Kloster ein Brauhaus mit einem auch bei Motorradfahrern offensichtlich sehr beliebten Biergarten. Ich habe heute keine Zeit mehr und damit den ersten Eintrag in meine Ausflugsziele um München Bucket-List!

 

Die Tour:

GPX-File: Altmuehltal

 

 

Literaturverzeichnis

[zotpress items=”K3E7VGDJ,FQN25PPF,F2GN4ETP” style=”modern-language-association”]