#Alpenblitz 2020: Erzgebirge – 3. und letzter Tag.

Die Erzgebirgstour ist bereits seit vier Wochen Geschichte, und der Tag 3 noch nicht erzählt. Lohnt das noch? Oder viel gravierender: erinnere ich mich noch? Ich versuch’s. Und bitte verzeiht mir die ein oder andere Erinnerungslücke. Oder den verklärten Blick in die Vergangenheit. Tag 1 und Tag 2 waren da etwas zeitnäher und gibt es zum Nachlesen etwas weiter vorne im Blog.

Der dritte Tag unserer Tour führt uns auf der deutschen Seite von Hohnstein zurück in Richtung Hof, wo sich unsere Wege trennen werden. Noch jedoch trennt uns ein ganzer Tag von dieser Trennung. Und dieser verspricht großartig zu werden. Die Wettervorhersage passt, die Streckenvorhersage ist vielversprechend und die Laune beim Frühstück gut.

Die Tour beginnt mit der Abfahrt von Burg Hohnstein. Durch Gänge und Hofzufahrt spuckt uns das alte Gemäuer wieder auf neue Landstraßen.

Motorradfahrstraßen in Ostdeutschland.
Tschüss Burg.

Die Abfahrt von Hohnstein beginnt wunderbar kurvig – bis wir vor einem Motorrad-Verboten-Schild stehen und statt der weiter kurvigen Wartenbergstraße die Umfahrung über Hohburkersdorf nehmen müssen. Was soll’s. Auf vergleichsweise geraden Kreis- und Bundesstraßen fahren wir bis Pirna. Es schließt sich Seidewitztal an. Die Straßen sind trocken und winden sich dem Fluss entlang.

Nach Glashütte kommen wir nochmals an einen Grenzübergang. Der Koffeinspiegel ist wieder gefährlich niedrig, die Tankstelle direkt nach der Grenze bereits bekannt.

Tankstellen bitte in Schräglage verlassen.

Wir fahren ein weiteres Mal an der Talsperre mit dem unaussprechlichen Namen vorbei, um kurz darauf in Deutschgeorgental wieder über die Grenze zu fahren. Dort überqueren wir und fahren dann entlang der Talsperre Rauschenbach.

Alex hat uns hier irgendwo mit zwei Bekannten verabredet: mit Antje und Ronny, zwei Locals, die wenigstens wissen wo es hier lang geht.

Hier irgendwo. Aber wo genau ist irgendwo?

Jetzt zu viert statt zu zweit fahren wir weiter entlang der deutsch-tschechischen Grenze durch das Natzschung-Tal. Sehr erfreulich, wie kurvig so eine Grenze ausfallen kann.

Huch, plötzlich drei vor mir?!
Bitte rechts.

An der Wolfsgrüner Gulaschkanone (www.kanone.info) machen wir Mittag. Ich vermute mal, alleine wären wir hier vorbei gefahren und oben am Touri-Hotspot verköstigt worden. So ist es besser und es geht gestärkt hinauf zum offensichtlichen Biker-Treff Talsperre Eibenstock.

Vorne vier Moppeds. Rechts drei Altglascontainer.

Antje und Ronny versorgen uns noch mit Koffeein und wichtigen Hinweisen zur noch anstehenden langen Rückkehr in den Süden. Ich befolge die Tipps und fahre anders als die letzten Male nicht die gerade und viel befahrene A9 in Richtung München sondern nehme den kleinen Umweg über die A93 und Regensburg. Das Wetter ist gut, die Strecke angenehm leer und für eine Autobahn vergleichsweise interessant. Sicher die bessere Alternative.

Am Ende wird es ein Tag mit mehr als 550 km auf der Uhr. Wieder einmal eine Supertour.

Wann fahren wir wieder?

Die Erzgebirgetour gibt es übrigens auch sprachlich hochwertig, mit schönen Bildern und angewandtem Wortwitz bei kettenritzel.cc.

#Alpenblitz 2020: Erzgebirge – 2. Tag.

Nach der Anfahrt am Vortag geht es heute entlang der deutsch-tschechischen Grenze nach Osten. Das Wetter sieht er so unbestimmt aus. Alex fährt schon in Regenpelle los, ich warte noch ein paar Meter, sollte aber bald auch in den Genuss kommen.

Vom Frühstück in unserem Schwanen fahren wir in Richtung Osten, mitten hinein ins Vogtland. Die Straßen sind wunderbar schmal, alle noch nass. Aber so fahren wir die ersten Kilometer südlich von Plauen in Richtung Schöneck und tschechische Grenze

Mit einem Traktor wären wir hier auch nicht falsch.

In Sachsenberg-Georgenthal fahren halten wir an um von einer Anhöhe (wohl den Sachsen) einmal in Ruhe ins Tal (wohl den Georgen) zu blicken, satteln wieder die Moppeds und biegen zwei Querstraßen später völlig unverhofft in die Tschechei ab. Ein blaues Schild informiert uns darüber. Irgendwie hatten wir uns einen Grenzübergang prominenter vorgestellt. Es lebe Schengen, auch in diesem Jahr des Virus und der dazugehörigen Grenzschließungen.

Wir kurven ein wenig durch den tschechischen Wald, bis dieser endlich eine Hochebene, die Přebuzské vřesoviště (ich empfehle den Google-Übersetzer…), freigibt. Wiesen und nur einzelne versprengte Bäume weit und breit.

Direkt hinter der tschechischen Grenze beginnen die schottischen Highlands.

Dazwischen Wasser. Überall Wasser. Von oben als Regen, von der Straße als Gischt. Daneben als über-die-Ufer-getretene Rinnsale. Eine bezaubernde, menschenleere Kulisse.

Es geht weiter nach Osten, teilweise wieder durch Wald.

Wasserstraße. Nicht im ursprünglichen Sinn. Aber so ähnlich.
Hier geht’s nach rechts. Rechts! Anderes rechts!!

Der Regen nimmt zu. Wir verfahren uns. Irgendwo zwischen Albertamy und Bozi Dar brauchen wir eine Pause vor dem Regen. Wir nutzen die in Tschechien reichlich vorhandene Wartehäuschen Infrastruktur. Wir haben alles gesehen. Bushaltestellen mit reichlich bestückten Bücherregalen. Ganze Wartesäle. Der von uns gewählte Unterstand ist eher etwas baufällig, aber dennoch trocken. Wir warten, beklagen die Gesamtsituation und fahren ohne Verbesserung zwanzig Minuten später weiter.

Hinter Gittern? Nein, wir waren anständig und nicht zu schnell.

Von Bozi Dar fahren wir – weil das so geplant war – auf den Klinovec, der höchsten Erhebung im Erzgebirge auf tschechischer Seite. Der Ausblick ist traumhaft, windig und feucht.

Fahrt auf den Berg – da habt Ihr die beste Aussicht. Haben sie gesagt.

Den Fichtelberg auf der anderen Seite der Grenze mit seinen weiteren 199 Höhenmetern sparen wir uns. Über die Wolken schaffen wir es heute wohl eher nicht.

Kurz vor Chomutov legen wir eine Pause ein. Geplant war Kaffee und ein kleines Mittagessen, geworden sind es Kola und eingeschweißter Sandwich von der Tanke. An der wohl zugigsten Stelle in ganz Europa. Wir verstauen unser Sternemenü und fahren ins Tal. Dort hört es tatsächlich das erste Mal auf zu regnen. Wir setzen uns in einen Park und breiten die nassen Regenklamotten vor uns aus. Ich leere meine Schuhe aus. Die Stiefel scheinen wasserdicht zu sein. Von innen. Leider vergessen wir beide diese Schlüsselszene unseres Ausflugs zu fotografieren. Bitter.

Weg. Nach dort.

Es bleibt weitgehend trocken. Auf dem Weg zur Talsperre Údolní nádrž Fláje sind die Straßen schmal und trotzdem mit gutem Tempo befahrbar.

Dort.

Der Damm selbst ist nicht befahrbar. Wir fahren einmal hinunter ins Tal des Abflusses und auf der anderen Seite wieder hoch.

Auf dem Reisemotorrad fährt es sich ganz angenehm.

Wir queren noch einige Male die Grenze, jedes mal ohne großes Aufheben. Bezeichnend für jeden Grenzübergang ist die ungewöhnlich gute Tankstellen und Einkaufsinfrastruktur auf der tschechischen Seite, die wir gerne nutzen um den Kaffeepegel wieder aufzufrischen.

Ab Hemmschuh bleiben wir auf der deutschen Seite.

Wo bleibt er denn?

In der Nähe von Altendorf fahren wir nochmals durch ein Tal – in der Talsohle liegt Großdorf-Kohlmühle. Ein bestimmt siebenstöckiges Backsteingebäude steht direkt vor uns, eine Industrieruine, verlassen und dem Verfall gewidmet.

Kohlmühle. Heute jedoch nicht mehr.

Auf der anderen Talseite geht es noch einmal späktakulär bergauf,

Hier geht es spekakulär bergauf.

dann erreichen wir bald den Zielort des heutigen Tages: Burg Hohnstein. Nach dem Stiefelbier

Stiefelbier steigt einem in den Helm.

beziehen wir unser Quartier. Erst schleppen wir unser ganzes Gepäck mühsam in den Burghof. Dort erfahren wir, dass Motorräder hoch erwünscht sind. Wir dürfen an allen Verbotsschildern vorbei bis in den Burghof fahren und parken dort prominent über Nacht.

Schlaf gut. Du auch. Ich liebe Dich. Du auch.

Nur das Abendessen wird wieder zur Herausforderung. Auch in Hohenstein macht alles um 20 Uhr dicht. Und mit alles meine ich alle drei Gasthäuser. Von denen zwei keinen Platz für uns haben. Am Ende sind wir aber erfolgreich.

Hohenstein. Von der Burg aus gesehen.

Übrigens gibt’s in den Jugendherbergen kein Bier. Hätte man wissen können.

Bald mehr zum dritten und letzten Tag der Tour.

#Alpenblitz 2020: Erzgebirge

Sollen wir oder sollen wir nicht? Die Wettervorhersage sagt nichts Gutes vorher. Egal welche, ganz gleich wie oft man drauf schaut. Am Tag vorher sieht es so aus, als würde der Norden nass, der Süden vielleicht nicht. Also los.

Dann ist Freitag. In München regnet es wie aus Eimern. Noch einen halben Tag Homeoffice.

Mittag. Es regnet. Naja, ein paar EMails noch.

13 Uhr. Es regnet. Noch ein gemütliches Mittagessen mit der Familie. Und Kaffee.

14 Uhr. Es regnet. Verflixt, wir fahren in den Osten, da machen alle Unterkünfte und Gaststätten um 20 Uhr zu! Es hilft nix. Rein in die Pelle und rauf auf die Straße. Wird schon nicht so schlimm werden.

Goes well with Highheels stand im Katalog unter der Regenkombi.

Zuerst heißt es Strecke machen, zu viel Zeit mit EMails, Mittagessen und Kaffee verbummelt. Die A9 teile ich mir in 100km Abschnitte ein. Alle 100km einen weiteren Kaffee, dann ist die Strecke gar nicht mehr so weit. Immer wieder täuscht das Wetter ein Ende des Regens an. Macht dann aber doch weiter.

Blaue Regenwolken? Wo gibt’s das denn?

Bei Pegnitz wird die Autobahn schließlich trocken. Runter von dem Ding. Das Navi, auf “kurvige Route” gestellt, führt mich entlang der Autobahn – Kurve unten durch, Kurve oben drüber.

Nach Bad Berneck komme ich erneut auf eine kleine Nebenstraße, die mitten durch den Steinbruch “Diabasabbau” führt.

Motorrad+Biker
Als es im Steinbruch noch trocken und das Motorrad noch hübsch war. Archivbild.

Nach dem Steinbruch beginnt es wieder zu regnen. Das Navi leitet mich weiter über Waldwege durch kleine und kleinste Dörfer, bis ich irgendwann an einer Kreuzung mit drei Durchfahrt-Verboten Schildern stehe. Es ist das Ende der Welt. Die einzige Option ist zurück. Ich liebe klare Entscheidungen.

Von Rudolphstein nach Sparnberg quere ich die Saale.

Auf dem Holzweg ist es rutschig.

Auf der anderen Seite ist Thüringen, hier war also vor Kurzem noch die innerdeutsche Grenze. Die Brücke über den Fluss gab es wahrscheinlich damals schon. Die ist so rutschig, dass eine Überquerung sicherlich damals schon ausgeschlossen war. Ich schaffe das trotzdem.

Geduldig wartet das Motorrad am Wegesrand. Der Fahrer hatte zuvor alle 100km einen Kaffee getrunken.

Wenige Kilometer vor dem Ziel in Mühltroff gibt das Wetter noch einmal alles. Blitze zucken über den Horizont, die Straße wird wieder nass. Zeit für die Ankunft. Die Unterkunft habe ich gebucht. Geschmack war schon immer meine Stärke.

Grün.

Wie letztes Jahr kommen Alex und ich fast zeitgleich aus unterschiedlichsten Himmelsrichtungen an. Vielleicht fahre ich deshalb so gerne Touren mit ihm. Timing ist einfach alles.

Route Tag 1, Regenpassagen in blau.

Zu zweit. Wie früher.

Pfingsmontag. Nix vor. Also noch kurz raus auf eine kleine Runde durch’s Münchner Umland. Da spricht die Frau: ich komm mit. Exzellent! Das ist ja wie ganz früher!

Ziel heute ist das Franziskanerkloster Reutberg bzw. eher seine Klosterbrauerei samt Wirtschaft. Die “kurvige Route” bringt uns aber erst einmal durch kleine Sträßchen im Münchner Süden. Auch eine Form seine Stadt kennenzulernen.

Hinter Pullach und Grünwald wird es dann aber tatsächlich ländlich, kurviger und der Verkehr weniger. In Straßlach zweigen wir von der Staatsstraße ab und nehmen zunehmend kleinere Sträßchen. Eulenschwang, Sonnenham, Attenham. Klingt oberbayrisch. Und würde man ohne Zweirad wohl nie finden. Hinter Dietramszell biegen wir auf kleine Straßen durch Wälder ab, auf die wir uns erst vor ein paar Wochen mit der Vierraddose verirrt hatten und damals schon eine gedankliche Notiz machten: unbedingt mal mit dem Motorrad hinfahren. Jetzt erinnere ich mich wieder.

Funfact am Rande: welches andere deutsche Wort schafft es zwischen den silben doppelte Konsonanten zu haben? VieR-RaD-Dose. Ich liebe es.

Wir nähern uns dem Reutberg von Süden. Ein eigentlich ganz prominentes Kloster auf dem Berg. Erst einmal Kultur. Von innen ist die Kirche winzig. Ein inverses Raumwunder. Massiv von außen, Kapelle von innen.

Seltsamer Eingang zur Brauereigaststätte…

Jetzt Biergarten. Leider hatten die Idee noch andere. Dank Corona stehen die anderen schon an. Lange. So bleibt es bei der Kultur.

Schöne Frau. Hinter der BMW. Schönes Motorrad. Auch hinter der BMW.

Also zurück. Erst etwas Staatsstraße, dann links weg, wieder auf einspurigen Wegen durch den Wald. Wunderbar.

Die letzten Kilometer nehmen wir auf der Bahn. Die Nachbarn kommen zum Grillen. Also muss ich einheizen. Leider ist aber Tempolimit 120 km/h.

Die Route:

Bayerischer Wald – Eine Tagestour mit +500 Kilometern

Es ist ein Reisemotorrad. Sagte ich das schon?

Die Idee war eine Tour in den bayerischen Wald zu machen. Nun ist der von München ein Stück weg. Dank Corona-Beschränkungen auch nicht mit einer Übernachtung zu machen. Zwar überlege ich im Rahmen der legalen Möglichkeiten wild zu campen, am Ende wird es aber der bayerische Wald in einem Tag. Und dafür braucht’s ein Reisemotorrad.

Denn die Anfahrt ist schon lang. 150km von München, permanent über die Autobahn bis Deggendorf. Erst dann wird es interessant.

Mit Gottes Segen ab in den Wald.

Der Stadtkern von Deggendorf ist eigentlich ganz schön, überhaupt nicht verkehrsberuhigt, so dass ich mit dem Motorrad bis auf den Marktplatz komme. Jetzt das Navi programmieren und schon geht’s los.

Über Rusel geht es – natürlich wieder über Umleitungen – nach Regen, wo es glücklicherweise weiterhin trocken ist. Von dort aus geht es über die Glasstraße an Orten, die schon sehr nach Glas klingen, vorbei: Zwiesel, Spiegelau, Riedelhütte, Glashütte. Alles Orte, die sehr bemüht die Tradition pflegen, aber dank Industrieglas aus aller Welt offensichtlich ihren Höhepunkt hinter sich haben.

Sorry Kleines, musste unterwegs auch mal eine unbequeme Holzbank testen.

Immer noch auf dem Höhepunkt ist aber die wunderschön hügelige Landschaft mit ihren schmalen Sträßchen.

Höhenprofil der Tour: Links Autobaaaaaaahn, Mitte bayerischer Wald, rechts Autobaaaaaahn.

Immer wieder sind es eher ausladende Bundesstraßen mit langezogenen Kurven, dann wieder viele einspurige Straßen mit engen Twisties, auf denen entgegenkommende Traktoren – und davon gibt es einige – durchaus mal die ganze Breite brauchen. Und mehr.

Holzbank. Wieder.

In der östlichen Schleife des Tourenachters werden die Dörfer noch kleiner. Umso überraschender taucht in Mitterfirmiansreut plötzlich ein Skigebiet auf. Nicht ganz hochalpin, es geht los auf 1000 Höhenmeter. Aber mit Liften und allem was dazu gehört. Und Ausblicken in die benachbarten Täler.

Im Annathal werden die Straßen weiter kurvig,

Das Spiegelbild hätte die Glasstraße auch besser hinbekommen können.

danach kommen aber einige Kilometer auf Bundes- und breiten Staatsstraßen. Es sind bereits ein paar hundert Kilometer auf dem Tacho, da sind langweilige Straßen eher kontraproduktiv.

Linie 1250 nach München.

Da kommt fast unerwartet der wohl schönste Teil der Tour,

Das wäre aber auch direkter gegangen…

Von Kirchberg über Sölden (!!) zurück nach Regen schlängelt sich die Tour wie ein letzter Pickel auf der Straßenkarte. Wunderbar kleine Straßen durch Wälder und Felder. Wunderbar.

So, jetzt noch 150 km Autobahn, dann bin ich schon wieder zuhause.

Dann ist die Tour eigentlich vorbei. Nur ich noch nicht zuhause. Zurück nach Deggendorf, dass sich an diesem Freitagabend ordentlich Berufsverkehr gönnt, und 150 km zurück über A92 und A9. Am Ende tun mir so die Kräten weh, dass ich bei Landshut nochmals absteigen muss. Zuhause dann aber ein Espresso und schon sind die zähen Kilometer Rückfahrt vergessen.

509.9 km. Zählt.

Die Tour zum Nachlesen:

und zum Download:

Es ist ein …

Junge? Mädchen? Nein, es ist ein Reisemotorrad!

Reisemotorrad, 2 km vor Reisen.

Die BMW R 1250RS ist nicht der durchgeknallte Retro-Racer, wie es die R nineT Racer im vergangenen Jahr war. Sehr schnell wird klar, hier kann man gemütlich Strecke machen, mit allen Annehmlichkeiten von Navi über Griffheizung bis Fahrerlebnis-Modis.

Braaaap.

Aber alles der Reihe nach:

Der Sonntag beginnt mit Starkregen in München. Sollte das doch nicht die erste Tour mit dem neuen Mopped werden? Glücklicherweise hört der Regen um 1 auf. Um 2 bin ich unterwegs.

Es wird eine Tour durch den Münchner Nordosten, von Erding herum um Taufkirchen. Nichts Spektakuläres, keine Alpenpässe. Aber viele enge und kurvige Straßen und nicht viel Verkehr.

Schwarzes Motorrad vor grünem Feld. Sehr schwarz. Sehr grün.

Bis Wartenberg ist die Tour eine Flucht aus der Stadt. Ortsschild – Tempo 60 – Ortsschild – Tempo 60 – und so weiter. Danach wird’s schöner. Zwischen Wartenberg und Schachtelberg folgt der erste Höhepunkt. Eine schmale Straße, wunderbar kurvig. Irgendwie klar, dass zur Halbzeit die Sperrung mit Umleitung folgt. Aber bis dahin – wunderbar.

Außerirdische Wassertürme säumen den Wegesrand.

Weiter geht’s im leichten bergauf/bergab an Höfen vorbei und durch kleine Dörfer hindurch. Fast städtisch – und zwar hübsch – ist Velden mit einer schönen Ortsdurchfahrt.

Weiter geht’s.

Und so schlängelt sich die Tour dahin, bis zurück zum Ausgangspunkt. Erst da merke ich, dass das Motorrad wohl noch UTC-Zeit im Auslieferzustand hat. Es zeigt eine Stunde früher als die meisten Kirchturmuhren entlang der Strecke – und da gibt es einige.

Also geht’s mit hoher Geschwindigkeit zurück nach München über die A92 und A9. Und, soviel sei verraten, auch Geschwindigkeit kann die R 1250RS. Ohne große Aufregung.

Die Neue 1250RS hat etwas (für mich) Neues. “Connected Ride” – das ist eine App mit allerhand, unter anderem einem Navi, dass GPX-Uploads ermöglicht. Das Handy wird per Bluetooth an das Mopped gekoppelt, dazu die Freisprecheinrichtung am Helm. Und schon erfolgt die Navigation entlang der zuvor heruntergeladenen Route mit Pfeilansicht im Cockpit und Stimme im Helm. Genial!

Insgesamt ist Motorradfahren eine sehr Corona-konforme Aktivität. Kein Massensport. Keine Ansteckungsgefahr.

Motorradfahrer mit Helm und Sturmmaske.
Corona? Maske drauf!

Und eine Konzentration auf das Wesentliche. Ohne Verschwörungstheorien, Hektik, Angst und all den Scheiß.

Touren durch Deutschland, durch Oberbayern. Vielleicht wird mich das in der Krise retten?

Krise? Nachher wieder.

Die Tour:

GPX-File zur Tour: hier.

2020 Un-Boxer-ing.

Vor Corona bestellt, während des Lockdowns zum Händler geliefert und dann nicht abholbar. So beginnt das Lease-Bike Jahr 2020. In Bayern dann Verlassen des Hauses nur “mit driftigem Grund” und der expliziten Ergänzung, dass Motorradfahren bestimmt kein driftiger Grund ist. Zugegebenermaßen hatte ich schon keine Lust mehr auf die Motorradsaison 2020. Andere haben die Saison ganz aufgegeben.

Aber bestellt ist bestellt und so musste ich einen späteren Liefertermin wählen und nehmen.

Als hätte ich es gewußt: vor Wochen gebucht geht einen Tag vor dem geplanten Abholtermin die Ausgangsbeschränkung auf. Theoretisch kann man also wieder.

Heute darf die BMW R1250RS also aus dem Stall. Tatsächlich verstaubt ab Händler. Darf man jetzt Motorrad fahren? Ja. Ist es sinnvoll? Vielleicht. Mal schauen was die nächsten Wochen liefern.

Jetzt steht die schwarze erst einmal in der Garage.

Von vorne hui…

Vielleicht kommen die Mittelgebirge in den nächsten sechs Monaten ja in greifbare Nähe. Vielleicht der bayerische Wald. Ganz vielleicht, aber eher nicht die österreichischen Alpen.

… von hinten WER HAT DENN DIESEN ROHRVERHAU ANS HECK GESCHRAUBT?

Es ist ein komisches 2020.

Bleibt gesund.

Saison 2020 starting…

Noch liegt Schnee. Noch ist nicht Saison. Aber Motorradfahren geht schon.

Beinahe wie immer zu Jahresstart ist die Veefer das gutmütige Motorrad im Stall, das die Saison eröffnet. So richtig viel Grip haben die Straßen noch nicht. Und so richtig warm will es auf dem Motorrad auch noch nicht werden. Und so wird es eine kleine Saison-Starting Tour. Münchner Umland. Gerade so viel, dass die (noch schneebedeckten) Berge in Sichtweite kommen.

Motorradfahrer sitzt seitlich auf stehendem Motorrad
Es geht wieder los.

Später im Jahr wird dann aber ein weiteres Pferd im Stall stehen:

Bild: (c) BMW PressClub.

die BMW R 1250 RS. Ein Sporttourer, wie die VFR, nur ein paar Tage neuer (genaugenommen 30 Jahre – Happy Birthday Veefer!). Der neue Boxer mit Shift-Cam Technologie soll noch mehr Drehmoment auf das Hinterrad bringen. Und die Optik ist frisch, nicht wie viele der älteren Boxer-Modelle eher praktisch.

Wie sich die 1250 RS tatsächlich fährt, was 30 Jahre Altersunterschied in Motor, Fahrwerk und am Ende Fahrspaß ausmachen. Das alles werde ich berichten. Hier.

Winter Take-Over: You better carve!

Es ist Winter. Wundersam weißes Zeug liegt auf den Straßen (ok, vielleicht nicht im Winter 2019/2020). Es ist rutschig.

Dennoch muss Schräglage her. Grund für die gähnende Stille in diesem Blog ist der “Winter Take-Over”.

Wenn der Gummi nicht hält muss die Stahlkante in den Schnee.

Schräglage geht nämlich auch im Schnee. Bei entsprechendem Material. Und etwas Übung.

Denn sie saßen nur auf den Hängen und Pisten.

Doch auch der schönste Winter wird ein Ende haben. Und der Motorrad-Blog wird zurückkehren. Versprochen.

Ich schau mal nach dem Sommer. Unten an der Piste.

Good Bye #Racer. Again.

Eigentlich kam die #Racer doch gerade erst in die Familie.

Leider ist das Problem an geliehenen Motorrädern, dass sie irgendwann wieder zurück müssen. Und heute ist es soweit.

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https://youtu.be/KtnMQQwYfCo

Was bleibt zu sagen: die #Racer ist ein schönes Motorrad. Und Schönheit ist teuer. Weniger was den Preis der Maschine angeht als die Kompromisse, die Langstreckentauglichkeit, Gepäck, Bequemlichkeit. Darum verlieren wir keine weiteren Worte dazu sondern konzentrieren wir uns auf das, was die #Racer ausmacht…

BMW R nineT und Schwan
Ein eitler Schwan. Und ein echter.

BMW R nineT Racer vor dem Schloß Nymphenburg
Königliche Kulisse.

BMW R nineT Racer in der Dämmerung
Leave a light on for me.

BMW R nineT bei Sonnenuntergang
Wenn Licht ihr Ton wäre, würde sie mich anschreien – oder: warum ISO 16.000 nicht immer ideal ist.

HDR Aufnahme - Bike vor Schloß
Der König fährt #Racer.

Good Bye #Racer. Es war mir ein Fest.

Motorrad in der Dämmerung
Good bye…